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Dopaminmangel beim Rauchstopp
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Beitrag vom: 25.10.2014 19:15:15
 
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Hi zusammen, ich war länger nicht hier, drei Mal dürft Ihr raten, wieso: Rückfällig geworden. In der Vergangenheit hatte ich schon depressive Episoden und der Nikotinentzug katapultiert mich da leider wieder voll rein. Ich habe viel gelesen, recherchiert, Ärztezeitung studiert, Studien gewälzt: Wer richtig süchtig ist, der gerät beim Rauchstopp in einen Zustand von Dopamin-Mangel. Nicht drei Tage, nicht drei Wochen - bis zu einem Jahr kann es für vorbelastete Personen schwierig sein, wie mir eine konsultierte Ärztin sagte. Ich markiere das extra fett, weil es sicher nicht allgemeingültig ist und für viele, viele Raucher die reine Motivations-Methode sicher funktionieren kann und genau richtig ist! Ich habs drei Mal ernsthaft versucht. Und bin jedes Mal an einem Mangel an Lebensfreude und echt heftigen Angstzuständen gescheitert, die ich einfach ins Verhältnis setzen musste. Nikototin ist scheiße. Aber DAS war noch beschissener. Und die Aussicht, das mehrere Monate oder bis zu einem Jahr durchzuhalten, wirklich unmöglich. Es ging an meine Arbeitsfähigkeit, es ging an alles.... An meinem Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, hat das - auch wenn ich gerade resigniert klinge - nichts geändert. Aber es nutzt nichts, mit einer "Tschakka-Mentalität" an die Sache ranzugehen, an die richtige Motivation und den ultimativen "Klick im Kopf" zu glauben, wenn einem dann die Biochemie in der Birne so dermaßen an den Karren fährt. Ich kann es auch nicht beschreiben, wer mal wirklich depressiv war, weiß wovon ich spreche. Immer noch will ich weg von dem Zeug. Aber ich merke einfach, dass ich es nochmal anders angehen muss. Meine Notlösung: Beim Nikotin in Form von E-Zigaretten und anderem Nikotinersatz bleiben. Aber da der Kick da nicht so unmittelbar und schnell ist, ist selbst das eine Herausforderung. Ansonsten interessiere ich mich fürs Thema Dopamin und wie man die Bildung davon pushen kann. Das scheint mir, nach allen Erfahrungen und Recherchen, der Schlüssel zu sein. Es soll funktionieren mit Sport und Yoga, aber auch mit L-Thyrosin, Omega 3 oder auch Gingko. Ich bin offen für alles - und dankbar für Dopamintipps und eure Erfahrungen. LG Tigerin
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abersicher
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Beitrag vom: 25.10.2014 19:48:31
 
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Original von Tigerin Ich habe viel gelesen, recherchiert, Ärztezeitung studiert, Studien gewälzt: Wer richtig süchtig ist, der gerät beim Rauchstopp in einen Zustand von Dopamin-Mangel. Nicht drei Tage, nicht drei Wochen - bis zu einem Jahr kann es für vorbelastete Personen schwierig sein, wie mir eine konsultierte Ärztin sagte. Ich markiere das extra fett, weil es sicher nicht allgemeingültig ist und für viele, viele Raucher die reine Motivations-Methode sicher funktionieren kann und genau richtig ist!
Nun hast du ganz viel recherchiert und studiert, warum es nicht klappen kann mit dem NMR, wenn jemand "vorbelastet" ist...es wird Zeit zu schauen, was hilft, wenn du trotz aller Wiedrigkeiten doch NMR möchtest....es gibt einen Weg...es gibt hier viele User genau mit dieser Problematik....sie können dir helfen...haben es schon weit "geschafft"...sind glücklich rauchfrei...geh es wieder an....lass dir vom nicht einreden, das du noch Zeit brauchst....gerade du es so gar nicht schaffen kannst...es mehr als schwer ist, weil du "vorbelastet! bist...."ZÜNDE DIR EINFACH DIE NÄCHSTE :Raucher1: NICHT AN"!!!! lg :Blume:
bastek
bastek
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Beitrag vom: 25.10.2014 19:50:21
 
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Hallo Tigerin, ich glaube, du packst da was zusammen, was man nicht unbedingt in Verbindung bringen muss/sollte. Ich gebe zu, dass ich auch noch mal kurz googlen musste, u. da fand ich diesen Artikel ganz aussagekräftig: gesundheit.de/krankheiten/psyche-und-sucht/dopamin Ich denke nicht, dass du weiter rauchen musst, um nicht depressiv zu werden. Auch hier im Forum sind immer wieder UserInnen, die depressive Zustände in verschiedenen Ausprägungen erleben. Ein guter Arzt kann durchaus medikamentös eine Veränderung zum Positiven erreichen. Der Doc wäre folglich deine erste Anlaufstelle. Danach würde deinem Rauchstopp nichts mehr im Wege stehen. Als drittes empfehle ich dir, wie du auch schon selbst erwähnt hast, (Ausdauer-) Sport ohne Übertreibung. Richtig ausgeführt (dazu musst du aber eigene Erfahrungen machen !!) ist das wie eine kostenlose, legale Droge. Ein klein wenig hört sich das wie eine riesige, offene Hintertür an, kann das sein ? Viel Glück u. Erfolg bastek
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Seit 1507 Tagen rauchfrei
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Beitrag vom: 25.10.2014 20:35:07
 
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Hi ihr beiden, danke ihr zwei. Hm, Hintertür...zu was? Dafür, weiterhin stinken zu "dürfen" und 150 Euro im Monat in den Wind zu schießen? Ich habe mit sage und schreibe 32 Jahren mit dem Rauchen angefangen. Jahrelang nur ab und zu mal eine gepafft, dann doch mal im Suff einen Lungenzug gemacht und ich war dabei. Ich hänge - ganz ehrlich - nicht besonders an der Gewohnheit, mir zu allen Gelegenheiten eine anzustecken. Dafür war mein "Eintrittsalter" ins Rauchen glaube ich zu spät, es ging 32 Jahre auch ohne und die sind mir gut in Erinnerung. Mein Problem ist wirklich einzig und allein das Nikotin und die positive Wirkung auf die Stimmung, die ich damit verspürt habe. Ich weiß, wie unpopulär das ist, das so zu sagen: Aber ich glaube nicht, dass Raucher, wenn sie sich eine neue anstecken, ausschließlich (!!) gegen die Entzugserscheinungen anrauchen. Ich persönlich (!) glaube - erschlagt mich - dass Nikotin durchaus einen "therapeutischen Effekt" hat und deshalb unbewusst diese Sucht angestrebt wird. Bei bestimmten psychischen Erkrankungen, z.B. Depressionen, Ängsten oder auch Schizophrenie. Zumindest ist die Raucherquote bei diesen Menschen signifikant höher, was auf eine unbewusste "Selbsttherapie" durch Nikotin spricht. In einem älteren Artikel habe ich gelesen, dass sogar an Medikamenten auf Nikotinbasis geforscht wurde. Mir hat es, in gewisser Weise, durchaus auch geholfen. Eine befreundete Psychologin hat neulich eine Fortbildung zum Thema "Sucht" gemacht und es ist wohl tatsächlich so, dass Nikotin die Reaktionen "abflacht". Also das beschriebene Phänomen, etwas gelassener und "cooler" zu sein, was ängstlichen oder pessimistischen Menschen natürlich, nun ja, sehr entgegenkommt. Irgendwo her müssen diese Assoziationen ja kommen und vielleicht doch nicht nur vom Marlboro-Mann auf seinem Pferd. Sondern von einer handfesten Wirkung des Nikotins. Versteht mich nicht falsch. Ich will hier nicht für Nikotin werben. Ich habe nur das Gefühl, dass dem "Gegner Nikotin" manchmal nicht voll und ganz ins Auge gesehen wird. Vielleicht ist die Wahrheit über Nikotin einfach größer. Und sie ist nicht nur schrecklich. Vielleicht habe ich das gemerkt, gerade WEIL ich erst mit 32 angefangen habe und durchaus eine Persönlichkeitsveränderung im positiven Sinne bemerkt habe. Tut mir echt Leid. Und trotzdem: Die Sucht, die Gesundheitsgefahren, das Geld und der Gestank sind ein verdammt hoher Preis dafür und genau das ist mein Dilemma, was aber nichts an dieser Beobachtung ändert. Genauso wie auch keiner abstreiten würde, dass Alkohol einfach tatsächlich die Stimmung anhebt. Und das ist sicher auch mein Zwiespalt. Eigentlich aufhören zu wollen. Und gleichzeitig zu wissen, dass es mir MIT Nikotin seelisch etwas besser geht, ich etwas stabiler und gelassener bin. Nicht nur, wenn ich durch den Entzug wieder eingebrochen bin und wieder angefangen habe. Sondern auch im Vergleich zu den Jahren, in denen ich nie geraucht habe. Mit anderen Worten: Ich habe das Gefühl, mich dem hier nicht stellen zu können, wenn ich ihn nicht in seiner ganzen Wahrheit sehe und ihn ausschließlich als "teuflisch", "schlecht" und "schrecklich" hinstelle. Ich habe das Gefühl, ich komme weiter, wenn ich sage: Dieser Scheißkerl hat auch sein Gutes. Und bin ich vielleicht bereit, auch darauf zu verzichten? Ich wäre nicht hier, wenn das nicht mein Wunsch wäre. Klar, der Doc wäre eine Anlaufstelle! Aber die Aussicht auf Medikamente mit Nebenwirkungen wie Persönlichkeitsveränderung und Gewichtszunahme finde ich - so im Vergleich zum Übel des Rauchens - halt irgendwie auch nicht so dolle. Auch Zyban und wie der ganze Kram heißt, kann süchtig machen, wenn ich richtig informiert bin. Und da fängt man schon an, alles mal ins Verhältnis zu setzen... Daher ja auch meine Idee mit der E-Zigarette. Ach - hin und her gerissene Grüße Tigerin
Mahe07
Mahe07
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Beitrag vom: 25.10.2014 20:53:48
 
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Hallo Tigerin, bei mir waren es die fehlenden Glückszustände, die mich immer wieder zum Glimmstengel gebracht haben. Eine Ärztin hat mir dieses auch bestätigt. Ich bin mit Vitamin D und 5 HTP an meinen Gemütszustand gegangen und es hat funktioniert. Viele Grüße, Mahe
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Seit 5344 Tagen rauchfrei
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Beitrag vom: 25.10.2014 21:19:18
 
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Hallo Tigerin, meine älteste Schwester hat mit der E-Zigarette aufgehört, hat diese über ein Jahr lang als Ersatz genommen und nun raucht sie gar nicht mehr. Dabei war ich mir sicher, sie würde ihre Kippen mit in den Grab nehmen (unverbesserliche Raucherin). Also ich sage mal "der Zweck heiligt die Mittel", oder? Gruß, newik
Nebellicht
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Beitrag vom: 26.10.2014 06:36:58
 
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Hallo Tigerin, Mir geht es ohne Nikotin auch nicht gerade gut, zumindest meiner Psyche nicht...ich erkenne das mit der Gelassenheit und coolness auch so wir Du es beschreibst.... Ich denke auch das Nikotin durchaus eine positive wirkung erteilt...wenn es nich zum Tode fuhren wurde und monatlich ein Loch im Geldbeutel hinterlassen wurde...kame ich nicht auf die Idee davon zu lassen.. Dem ist aber so nicht...also heisst es fur mich durchhalten und wartrn bis es irgendwann mal besser wird..... Du schaffst das auch !!!!!! 8)
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PannaCotta
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Beitrag vom: 26.10.2014 07:54:12
 
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Original von Tigerin Ich persönlich (!) glaube - erschlagt mich - dass Nikotin durchaus einen "therapeutischen Effekt" hat und deshalb unbewusst diese Sucht angestrebt wird.
Nun, wenn du das so glauben willst, dann können andere ja schreiben, was sie wollen, du wirst dich nicht von etwas anderem überzeugen lassen. Alte Marketingerfahrung. Von daher ist dieser Link auch unnütz, denn du willst es ja partout so nicht sehen: h ttp://www.raucherportal.de/warn/sucht3.htm Drogen wirken IMMER auf den Dopaminhaushalt, nur eben unterschiedlich je Droge. Drogen sind IMMER die billige Art, mehr Dopamin in körperlichen Umlauf zu bringen, denn die körpereigenen Methoden erfordern schomma ein bisschen mehr Arbeit. Die körpereigenen Methoden sind Sex, Bewegung, gutes Essen und etwas, was einem richtig Spaß macht. Der Dopaminmangel nach dem Drogenentzug entsteht, weil man dem Körper antrainiert hat, statt mit den Bordmitteln das Zeug selbst herzustellen, etwas einzuwerfen, weil das schneller knallt.
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Seit 1507 Tagen rauchfrei
Letzter Login: vor einiger Zeit
Beitrag vom: 26.10.2014 09:37:27
 
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Hi Pannacotta, ja, mag sein, dass ich das so glauben will, aber es ist auch einfach meine Beobachtung gewesen und es mag sein, dass da eine gewisse Resignation eingetreten ist und ich eine Erklärung dafür brauche, warum es mir bisher nicht gelungen ist, das Rauchen aufzugeben. Dass man die Dopaminproduktion auch ohne eine Droge wie Nikotin ankurbeln kann, das glaube ich aber auch. Aber wie du sagst: Es ist mit viel Arbeit verbunden. Die war ich auch bereit zu leisten, aber frag mich nach einer 60-Stunden-Woche im Büro nochmal... Da ist manchmal nix mit Bewegung, Sex, guter Ernährung etc. Zusammen mit der Motivationslosigkeit, die beim Entzug eintritt, ist es dann doppelt schwer, da noch was zu reißen. Auch ohne Nikotinentzug finde ich es im Hamsterrad meines Jobs schon schwer, noch Sport zu machen, zu kochen und spaßigen Hobbys nachzugehen. Vielleicht liegt auch da der Hund begraben: Ich bin da am Limit. Und vielleicht besteht die Aufgabe auch darin, andere Rahmenbedingungen zu schaffen und ein Leben zu führen, in dem die Verlockung, das Dopamin auf die schnelle Tour anzukurbeln, nicht mehr so groß ist. Weil es mehr Zeit und Raum gibt, so zu leben, wie Körper und Seele es brauchen. Das ist die noch viel größere Drehschraube, wenn es um die Lebenserwartung geht. Ich würde sagen, dass ich in einem permanenten Ungleichgewicht lebe. Und es zu einfach und zu verlockend ist, mit Nikotin entgegen zu steuern. Ich bräuchte einen Alltag, in dem es einfacher und verlockender ist, es auf andere Weise zu tun - morgens noch eine Stunde früher aufzustehen, um joggen zu gehen (nur als Beispiel) ist in meinem momentanen Leben keine Vorstellung, die mich entspannt, sondern die mich eher noch zusätzlich stresst. Und das ist das Problem. Keine Zeit, um gut zu leben. Traurig. Tigerin
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PannaCotta
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Beitrag vom: 26.10.2014 10:36:01
 
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Heute schon ein Blümchen bekommen? Ich schenk dir einen Erdstern, ist eigentlich ein Pilz, und man kann ihn derzeit an Wegesrändern im Wald sehen.
Original von TigerinUnd vielleicht besteht die Aufgabe auch darin, andere Rahmenbedingungen zu schaffen und ein Leben zu führen, in dem die Verlockung, das Dopamin auf die schnelle Tour anzukurbeln, nicht mehr so groß ist. Weil es mehr Zeit und Raum gibt, so zu leben, wie Körper und Seele es brauchen.
Darin besteht die Aufgabe - so sehe ich das jedenfalls. So zu leben, wie Körper und Seele es brauchen. Schön gesagt. Oder anders gesagt: Man kann das auch beides verheizen, den Körper und die Seele, und dann stirbt man mit 50 Jahren. Oder mit 59 Jahren. Das sind keine ausgedachten Zahlen für mich, by the way. Deshalb bin ich da kompromisslos: ja, genau so ein Leben will ich haben, eins, in dem Körper und Seele sich wohlfühlen können. Und ja, das ist ein großes Projekt. Sehr groß. Deshalb daddel ich hier immer noch herum, weil es eine große Lebensumkrempelung ist. Aber eben auch eine, die (mir jedenfalls) verdammt viel Spaß macht und wirklich ein ganzes, rundes Leben beschert.
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Seit 1507 Tagen rauchfrei
Letzter Login: vor einiger Zeit
Beitrag vom: 26.10.2014 10:47:20
 
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Ja, es ist ein Riesenprojekt. Bei dem man sich auch von alten Vorstellungen lösen muss. Zum Beispiel wie viel Geld und Zeugs man braucht, um glücklich zu sein. Würde ich auf Teilzeit gehen, hätte ich kein Geld mehr für Zigaretten. Aber mehr Zeit, um Sport zu machen und zu kochen. Zum Beispiel. Was hast du geändert, PannaCotta? LG Tigerin
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PannaCotta
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Beitrag vom: 26.10.2014 10:57:24
 
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Ich habe viel geändert. Beruflich, Wohnung, Hobby, Beziehungen.... ach. Steht hier ja irgendwo auch alles drin. Bei mir ist es mehr Musikmachen, weniger arbeiten, anders arbeiten, anders leben, mehr Rückengymnastik, mehr kochen, mehr selbst herstellen (Essen, Gemüse anbauen), mich draußen bewegen (cachen, Pilze suchen...). Aber es geht ja um dich, was DU ändern willst. Andere gehen andere Wege, machen viel Sport, joggen...
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abersicher
abgemeldet
Beitrag vom: 26.10.2014 16:18:36
 
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Original von Tigerin Mein Problem ist wirklich einzig und allein das Nikotin und die positive Wirkung auf die Stimmung, die ich damit verspürt habe. Ich weiß, wie unpopulär das ist, das so zu sagen: Aber ich glaube nicht, dass Raucher, wenn sie sich eine neue anstecken, ausschließlich (!!) gegen die Entzugserscheinungen anrauchen. Ich persönlich (!) glaube - erschlagt mich - dass Nikotin durchaus einen "therapeutischen Effekt" hat und deshalb unbewusst diese Sucht angestrebt wird. Bei bestimmten psychischen Erkrankungen, z.B. Depressionen, Ängsten oder auch Schizophrenie. Zumindest ist die Raucherquote bei diesen Menschen signifikant höher, was auf eine unbewusste "Selbsttherapie" durch Nikotin spricht. In einem älteren Artikel habe ich gelesen, dass sogar an Medikamenten auf Nikotinbasis geforscht wurde. Mir hat es, in gewisser Weise, durchaus auch geholfen. Eine befreundete Psychologin hat neulich eine Fortbildung zum Thema "Sucht" gemacht und es ist wohl tatsächlich so, dass Nikotin die Reaktionen "abflacht". Also das beschriebene Phänomen, etwas gelassener und "cooler" zu sein, was ängstlichen oder pessimistischen Menschen natürlich, nun ja, sehr entgegenkommt. Irgendwo her müssen diese Assoziationen ja kommen und vielleicht doch nicht nur vom Marlboro-Mann auf seinem Pferd. Sondern von einer handfesten Wirkung des Nikotins. Versteht mich nicht falsch. Ich will hier nicht für Nikotin werben. Ich habe nur das Gefühl, dass dem "Gegner Nikotin" manchmal nicht voll und ganz ins Auge gesehen wird. Wieso nennst du ihn Gegner..so wie du es hier beschreibst ist er doch eher Freuind und positiver Helfer....!!Vielleicht ist die Wahrheit über Nikotin einfach größer. Und sie ist nicht nur schrecklich. Vielleicht habe ich das gemerkt, gerade WEIL ich erst mit 32 angefangen habe und durchaus eine Persönlichkeitsveränderung im positiven Sinne bemerkt habe. Tut mir echt Leid. Und trotzdem: Die Sucht, die Gesundheitsgefahren, das Geld und der Gestank sind ein verdammt hoher Preis dafür und genau das ist mein Dilemma, was aber nichts an dieser Beobachtung ändert. Genauso wie auch keiner abstreiten würde, dass Alkohol einfach tatsächlich die Stimmung anhebt. Und das ist sicher auch mein Zwiespalt. Eigentlich aufhören zu wollen. Und gleichzeitig zu wissen, dass es mir MIT Nikotin seelisch etwas besser geht, ich etwas stabiler und gelassener bin. Nicht nur, wenn ich durch den Entzug wieder eingebrochen bin und wieder angefangen habe. Sondern auch im Vergleich zu den Jahren, in denen ich nie geraucht habe. Mit anderen Worten: Ich habe das Gefühl, mich dem hier nicht stellen zu können, wenn ich ihn nicht in seiner ganzen Wahrheit sehe und ihn ausschließlich als "teuflisch", "schlecht" und "schrecklich" hinstelle. Ich habe das Gefühl, ich komme weiter, wenn ich sage: Dieser Scheißkerl hat auch sein Gutes. Und bin ich vielleicht bereit, auch darauf zu verzichten? Ich wäre nicht hier, wenn das nicht mein Wunsch wäre. Das verstehe ich noch nicht ganz....was sind schon 150 Euro im Monat....sind doch auch fix für andere Dinge ausgegeben...warum dann nicht für einen Helfer in schwierigen Stimmungen....dieser ist doch gar nicht sooo übel..warum willst du auf etwas verzichten, was dir doch gut tut??Klar, der Doc wäre eine Anlaufstelle! Aber die Aussicht auf Medikamente mit Nebenwirkungen wie Persönlichkeitsveränderung und Gewichtszunahme finde ich - so im Vergleich zum Übel des Rauchens - halt irgendwie auch nicht so dolle. Auch Zyban und wie der ganze Kram heißt, kann süchtig machen, wenn ich richtig informiert bin. Und da fängt man schon an, alles mal ins Verhältnis zu setzen... Daher ja auch meine Idee mit der E-Zigarette. Nun, sooo übel ist das rauchen doch gar nicht, hast dich doch informiert... "ironie-Modus an"....!!!Ach - hin und her gerissene GrüßeTigerin
Du"liebe hin und her gerissenen"....ich hab mich grad sehr über deinen Text "amüsiert"....nicht böse gemeint...du schreibst hier rauchend....hab ich auch immer gern gemacht...hilft beim Nachdenken...macht kreativ....dachte ich...ist aber nicht so!!! Sich die nächste nicht anzuzünden ist oft hart..tut irgendwie weh..nicht körperlich...eher tief in dir...eine Illusion...oder auch wie du schreibst, eine Hilfe..Erleichterung...aber so ganz am Ende doch eine Sucht...eine Qual...von der auch du dich befreien möchtest..irgendwie..aber noch redest du sie dir ab und an schön...wenn es hilft, warum nicht....mach den zu deinem Freund...seine Feinde soll man doch nah bei sich haben...!! Ich wünsche dir, das du der Sucht entkommen kannst...rauchen ist nun wirklich nicht sooo toll...da bist du einer Meinung mit mir...ob nun dein Freund ist oder mein Feind....das gleiche Ziel haben wir....!! lg :Blume:
Mac-2
Seit 1911 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 07.07.2017 - 09:12
Beitrag vom: 27.10.2014 06:56:37
 
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Original von NebellichtMir geht es ohne Nikotin auch nicht gerade gut, zumindest meiner Psyche nicht...
Oh ja, das kenne ich auch, die Psyche, gerade am Anfang nach dem ersten Entzug, körperlich alles geschafft und dann dieser Schei..... mit der Psyche, ja das hätte mich auch beinahe scheitern lassen, ich war wirklich ganz kurz davor diesem depressivem Gefühl nachzugeben. Doch gerade dieses heftige Gefühl war es, was mich erst wirklich richtige Wut auf dem auf kommen ließ. Es kann doch nicht sein, das ich mein Geld für etwas ausgebe das mich der Art im Griff hat, was meine Gefühle steuert, was mir meine Zeit stiehlt, was dermaßen stinkt, es gibt nur negative Sachen an der ganzen Geschichte mit dem Rauchen, wer sich da was schön redet mit Dopamin und so weiter, hat immer noch nicht erkannt, das er richtig süchtig ist, und Sucht ist eine Krankheit, die man nicht dadurch heilt das man ihr unterliegt, sondern man stellt sich ihr. Ausschlaggebend das ich es schaffe für mich war ein Beitrag von Panna sich den Gefühlen beim Entzug zu stellen, sie genau zu beobachten, sie einfach anzunehmen, sich klar machen was da gerade passiert, und genau das ist das was man machen muss, einfach erkennen was man da für ein Schei... auf dem Leim gegangen ist. Ja, es kann schon etwas länger dauern mit der Psyche, aber der Körper wird schon nach dem ersten Tagen des Entzuges sichtlich besser und belohnt, und genau das muss man annehmen und Veränderungen in allen Bereichen zu lassen, positiv wie negativ, das pendelt sich alles ein nach einer gewissen Zeit und die Psyche wird dafür um so stärker je mehr sie am Anfang leidet, war auf jedenfalls bei mir so, und das hört wirklich auf irgendwann, nur es geht halt nicht so schnell wie man sich das wünscht. Ein rauchender Arbeitskollege hat mich neulich gefragt, unter welchen Umständen ich wieder rauchen würde, ich habe geantwortet, wenn er mir jetzt auf der Stelle drei gute Gründe für das rauchen nennen würde, zünde ich mir sofort eine an, er konnte mir nicht einen wirklich überzeugenden Grund nennen, das waren alles nur Sachen wie, Rauchen beruhigt und Rauchen fördert den Kontakt u.s.w.. Ich ließ ihn wirklich lachend stehen, stolz wie sonst wer und Heute weiß ich, da will ich nicht wieder hin, da war nichts, nichts was mich nur im geringsten Überzeugt hätte. Auf keinen Fall, macht euch nichts vor, sondern lasst es einfach sein zu versuchen, sich das ganze irgend wie schön zu reden. L.G. Mac-2 PS _ Der Arbeitskollege raucht seit ca. zwei Wochen nicht mehr
ungültig Letzter Login: 01.12.2014 - 21:12
Beitrag vom: 27.10.2014 07:31:44
 
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@ Mac-2 vollinhaltlich unterschreibt dasKatel
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Seit 1507 Tagen rauchfrei
Letzter Login: vor einiger Zeit
Beitrag vom: 27.10.2014 10:45:20
 
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Hi zusammen, mir würde es schon helfen zu wissen, wie lang der Zeitraum ist. Wie gesagt, ich bin nicht nur "ein bißchen gereizt" oder "ein bißchen traurig" wenn ich aufhöre, sondern depressiv bis hin zur Arbeitsunfähigkeit. Wenn dieses grausame Gefühl mit ein paar Zigaretten verfliegt, könnt Ihr vielleicht verstehen, wieso ich darin - trotz allem Bewusstsein über meine Sucht, die ich in keinster Weise abstreiten oder verharmlosen will - auch einen Freund sehe. Und 150 Euro fürs nicht-depressiv-sein sind da pillepalle. Da würde ich für einen wirksamen Ersatz sofort auch das doppelte zahlen. Und selbst in der Zukunft liegende mögliche körperliche Folgen erscheinen nicht mehr so furchtsam, wenn es einem im Hier und Jetzt wirklich rotzedreckig geht - die Freude übers "nicht mehr hüsteln müssen" steht leider erstmal nicht in einem attraktiven Verhältnis, wenn das Leben da draußen für eine unbekannte Zeit grau und ohne jeden Anreiz erscheint. Was ich brauche, sind megastarke Argumente, um die "graue Phase" zu überwinden. Und auch die Angst, dass meine Stimmung auch nach überwundenem Entzug nicht mehr ganz das Raucher-Level erreicht. Mehr als davon hier ehrlich zu schreiben - und ich glaube, ich mache mir da in keiner Hinsicht was vor - kann ich auch nicht tun. Weiß nicht, ob das so deutlich geworden ist. LG Tigerin
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Seit 5344 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 03.12.2014 - 01:20
Beitrag vom: 27.10.2014 10:50:34
 
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Original von Mac-2wer sich da was schön redet mit Dopamin und so weiter, hat immer noch nicht erkannt, das er richtig süchtig ist, und Sucht ist eine Krankheit, die man nicht dadurch heilt das man ihr unterliegt, sondern man stellt sich ihr.
:osterntop: Im Nichraucherforum wo ich vor 10 Jahren war, hat einer einen guten Spruch losgelassen: Der findet 1000 gute Gründe um wieder anzufangen.
Ein rauchender Arbeitskollege hat mich neulich gefragt, unter welchen Umständen ich wieder rauchen würde
Im o.g. Forum hat mal einer gefragt: "wenn ihr wüsstet, ihr hättet nur noch 1 Monat zu leben. Würdet ihr wieder rauchen?" Die Meisten haben mit ja geantwortet. ...Was mich schon sehr gewundert hat. Ich habe geschrieben: "wozu denn? Ich würde mir vielleicht eine Crack-Pfeife reinziehen, Kocks, Heroin, LSD, Saufen und Pillen schlucken bis der Arzt kommt... (viel wahrscheinlicher würde ich was sehr schönes mit der Familie machen ;-)) Aber Zigaretten rauchen?! :haeh: Die machen weder blau, noch high! Abgesehen vom kurzzeitigen Schwidel, das man als ungeübter evtl. hat. Liegt aber nur an dem Sauerstoffmangel im Blut (Stattdessen das gifitige Kohlenmonoxyd.. super!). So toll war diese Suchtbefriedigung auch nicht. Man fühlte sich nur kurzzeitig normal und ohne "Mangel"
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Seit 1507 Tagen rauchfrei
Letzter Login: vor einiger Zeit
Beitrag vom: 27.10.2014 10:53:08
 
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Es kann doch nicht sein, das ich mein Geld für etwas ausgebe das mich der Art im Griff hat, was meine Gefühle steuert, was mir meine Zeit stiehlt, was dermaßen stinkt, es gibt nur negative Sachen an der ganzen Geschichte mit dem Rauchen, wer sich da was schön redet mit Dopamin und so weiter, hat immer noch nicht erkannt, das er richtig süchtig ist, und Sucht ist eine Krankheit, die man nicht dadurch heilt das man ihr unterliegt, sondern man stellt sich ihr. Ist alles richtig. Aber: Ich rede mir das nicht schön. Ich sage nur wie es ist. Nikotin hebt den Dopaminspiegel. Und das fühlt sich gut an. Krankheit Sucht hin oder her. Das war nicht mein Punkt. Auf der Suche nach einer Lösung: Tigerin
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Seit 5344 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 03.12.2014 - 01:20
Beitrag vom: 27.10.2014 11:14:06
 
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Jetzt grad keine Zeit zum Schreiben... Probier doch was natürliches! http://www.eco-wellness.de/basics/archiv/150/
Queen.N
Seit 1515 Tagen rauchfrei
Letzter Login: vor einiger Zeit
Beitrag vom: 27.10.2014 12:07:47
 
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Original von newikIm o.g. Forum hat mal einer gefragt:"wenn ihr wüsstet, ihr hättet nur noch 1 Monat zu leben. Würdet ihr wieder rauchen?"Die Meisten haben mit ja geantwortet....Was mich schon sehr gewundert hat. Ich habe geschrieben: "wozu denn?Ich würde mir vielleicht eine Crack-Pfeife reinziehen, Kocks, Heroin, LSD, Saufen und Pillen schlucken bis der Arzt kommt...
Hehe, ganz mein Gedankengang. Wenn ich noch 1 Monate zu leben hätte, würde ich lieber Aufputschmittel etc. konsumieren, da merkt man wenigstens richtig was Das Bekloppteste an Zigaretten ist doch, dass man schwerstabhängig ist obwohl die Dinger gar keinen tollen Rausch liefern. Naja, und was den Dopaminspiegel betrifft: Wir müssen wohl einsehen, dass man immer verliert, wenn man Glücksgefühle mit Fremdsubstanzen erzeugt. Am Ende ist man unglücklicher ... Anstatt dir jetzt zu überlegen, wie du deinen Dopaminspiegel hochpushen kannst (da helfen wohl nur Zigaretten oder Psychopharmaka) schau doch mal, wie du das aktuelle Runterkommen aushalten kannst. Deine einzige Rettung ist, wieder auf Normallevel zu kommen und das geht weder mit Nikotin noch mit Ersatzstoffen. Sonst bleibst du ja immer abhängig. Wir müssen Leben lernen wie es ist - ohne künstlichen Kick. LG, Nele die damit auch gerade kämpft