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Zweiter Versuch
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Beitrag vom: 26.02.2015 13:04:07
 
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Hallo

 

Mein Name ist Matthias, ich bin 37 Jahre alt, seit 22 Jahren Rauchern und seit 21 Jahren möchte ich gerne wieder damit aufhören. Leider waren meine unzähligen Versuche bisher nicht von Erfolg gekrönt. Letztes Jahr im Januar habe ich zwei Tage ziemlich viel Blut gehustet, weil in meiner Luftröhre ein Äderchen geplatzt ist. Sowas kann passieren, meint der HNO-Arzt. Da ich das aber am Anfang nicht wußte, und mich ziemlich erschrocken hatte, flogen die Zigaretten in den Müll. Anschließend habe ich 170 Tage nicht geraucht, und ich empfand es nicht als schwer. Wenigstens bis um den Tag 100 rum. Wie es halt beim Menschen so ist, verblassen Erinnerungen und ich empfand das Bluthusten plötzlich als nicht mehr so schlimm. Dafür kam wieder das Rauchverlangen auf. Ich habe mich dann noch 70 Tage zusammenreißen können. Zum WM-Viertelfinale dachte ich mir dann, dass ich mir mal ne Zigarre gönnen könnte. Dann zum Halbfinale, dann zum Finale. Am Tag 171 habe ich mir dann eine Schachtel Zigaretten gekauft, mit dem Vorsatz, wenn es nicht schmeckt, gleich wieder aufzuhören. Es hat nicht geschmeckt. Aufgehört habe ich trotzdem nicht. Das war vor 7 Monaten und mittlerweile ist mein Rauchverhalten mit 40 Zigaretten / Tag extremer als davor. Ich hatte nach dem Rauchstopp mit joggen begonnen. Beim ersten Lauf, nach über 20 Jahren, schaffte ich 600m. Dann habe ich atemlos aufgegeben. Aber ich habe mich dann relativ zügig auf 13km hocharbeiten können. Leider zu schnell, denn ich mußte dann wegen einer Sehnenreizung pausieren. Ich habe jetzt wieder angefangen mit joggen. Langsam und mit Bedacht. Der erste Kilometer ist immer Horror, weil durch das Rauchen die Lunge wie verklebt ist. Dann geht es und es ist ein schönes Gefühl, einigermaßen frei durchatmen zu können. Ich habe mir seit Januar jeden Tag vorgenommen, mit Rauchen aufzuhören. Und immer wieder verschiebe ich es auf morgen, auf morgen, auf morgen. Aber ich will es jetzt, heute noch, machen. Denn mir schmerzt morgens die Lunge, der Kehlkopf und schmecken tut es auch nicht. Ich weiß nicht, warum ich es nicht schaffe, denn ich weiß ja, dass es eigentlich einfach ist. Ich glaube, ich habe einfach Angst vor zuviel Zeit. Die Zigarette gaukelt einem halt genutzte Lebenszeit vor. Ich erhoffe mir hier jetzt ein bißchen Unterstützung. Ich habe noch 12 Zigaretten, dann soll Schluß sein. 

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Beitrag vom: 26.02.2015 15:10:58
 
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Hallo Matthias,

ich habe zwar nicht so lange nicht geraucht, aber ich kann es nachvollziehen. Vor 5Jahren war es so leicht aufzuhören und nun habe ich das Gefühl ich quäle mich jeden Tag an dem ich wiedert versuche aufzuhören.

ich rauche nicht viel, aber trotzdem fallen mir diese paar Zigaretten so schwer sie nicht zu rauchen.

Ich haber auch schon zwei Wochen am Stück mal nicht geracht und mich jeden Tag überwunden.

Muss es denn so schwer sein?

Grüße

Doreen

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Beitrag vom: 28.02.2015 15:03:49
 
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Hi Doreen

 

Es sind die eingefahrenen Verhaltensregeln, die es zu durchbrechen gilt. Der körperliche Entzug ist ja relativ schnell geschafft. Es sind die Gewohnheiten, wie bei dir eben nur auf der Arbeit, wahrscheinlich noch zu bestimmten Zeiten. Du müßtest dir eine Ersatzhandlung suchen. Mensch. 4 Zigaretten pro Tag ... das ist doch zu schaffen.

 

Bei mir sieht`s so aus, dass nach den 12 Zigaretten nicht Schluß war. Es folgte noch eine Schachtel, und noche eine, und noch eine. Heute morgen war meine Motivation auf einem absoluten Tiefpunkt. Also bin ich gleich nach dem Aufstehen losgetigert und habe mir ne Schachtel geholt. Die hatte ich bis 13:00 Uhr auch fast wechgequarzt. Ich weiß nicht was dann genau geschah, aber ich war mit`m Hund unterwegs und plötzlich kam aus dem Nichts eine unglaublich hohe Motivation, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. So hoch, wie ich sie noch hatte. Es hatte plötzlich keinen Bammel vor einer rauchfreien Zukunft mehr. Vielmehr eine Art Glücksgefühl, wenn ich daran gedacht habe und auch noch denke. Also habe ich was gemacht, was ich noch gemacht habe, nämlich Zigaretten weggeschmissen. Ok, ich hatte es schonmal gemacht. Da bin ich aber eine Stunde später zurück und habe sie wieder geholt. Aber diesmal habe ich sie zerknüllt. Mal sehn, es weitergeht. Muß mir auf jeden Fall die Motivation erhalten.

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Seit 1607 Tagen rauchfrei
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Beitrag vom: 28.02.2015 16:54:51
 
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Hallo Matthias,

ich habe zwar nicht so viele Zigaretten pro Tag geraucht (ca. 20), aber ich habe länger als du (42 Jahre) geraucht. Meine sämtlichen Aufhörversuche waren alle nur Selbstbetrug. Ich habe nicht einen Tag ohne Rauchen geschafft. So unvermittelt, wie es dir ging, als du mit dem Hund unterwegs war, so kam mir auch der plötzliche echte Wunsch, nicht mehr zu rauchen. Es ist nicht einfach, aber es ist machbar. Mir fällt es zwar immer noch schwer, weil mein Suchtgedächnis noch voll aktiv ist. Mir fehlt die Belohnungszigarette, die gegen Stress, die zur Gemütlichkeit, die aus Langeweile u.s.w. Inszwischen ist es auszuhalten, aber ich vermisse sie immer noch.

Das Forum hat mir sehr geholfen. Wichtig ist, das man die verschiedenen Phasen kennt, die man durchlaufen kann. Mir hat vor allem auch die Warnung vor der Einen geholfen, hier nicht schwach zu werden. Genau wie du wäre ich sofort wieder dabei. Mein Tipp für dich: Schmeiß die Zigaretten richtig weg. Nicht nur zerknüllen. Zerknüllte Zigaretten kann man wieder aus dem Müll holen (das hab ich schon gemacht). Du darfst keine einzige mehr im Haus haben. Ich habe sogar schon Aschenbecher untersucht, ob nicht noch was Rauchbares dabei war. Sag auch den Rauchern, dass sie dir unter keinen Umständen eine geben sollen, egal wie doll du sie bittest.  Lies viel über die positiven Fogen des Nichtrauchens. Das motviert.

Ich wünsche dir jetzt ganz viel Sturheit. Diskutiere auf keinem Fall mit demyeeper

hopeful

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Beitrag vom: 02.03.2015 22:50:24
 
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Juhu

 

2. Tag ohne Ziggis ist rum. Und es geht erstaunlich gut. Hab zwar hier noch Nikotinbonbons rumliegen, aber die habe ich bis jetzt nicht gebraucht. Ok. Ein bißchen flattrig bin ich schon. Aber es ist nichts, was man nicht aushalten würde. Ich denke, ich konnte mental an die 170 Tage von letztem Jahr anknüpfen. Heute morgen hatte ich mich mit "Migräne" krankgemeldet. Habe nämlich echt schlecht geschlafen und bin morgens nicht aus dem Bett gekommen. Das kannte ich aber schon vom letzten Mal. Morgen ist dann der erste Tag auf Arbeit ohne Zigaretten. Mal sehn. Habe aber ein gutes Gefühl. 

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Seit 1454 Tagen rauchfrei
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Beitrag vom: 03.03.2015 15:56:39
 
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Hallo Etain, herzlichen Glückwunsch zu deinem Entschluss. Find ich super!!!

Wie gehts dir heute?

LG Corina

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Beitrag vom: 03.03.2015 23:24:01
 
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Hi Coco

 

Mir geht`s prima gut. Normal halt. Ich denke, ich habe jetzt alle wichtigen Alltagssituationen einmal ohne Zigarette durch. Einpaar Mal hat`s mich zwar gerauchert, aber nicht sehr und nur für wenige Sekunden. Alles in allem habe ich nach wie vor ein gutes Gefühl. Ziel ist es, die 170 Tage zu brechen und dann mal weiter zu sehen. Denn wie gesagt: Ich verbiete mir das Rauchen nicht und brauche mich nicht schlecht zu fühlen, wenn ich wieder anfange. Aber ich versuche es eben ohne durchzuhalten. 

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Beitrag vom: 05.03.2015 22:42:11
 
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Heute ist Tag 5 und ich hatte auf Arbeit so ein bißchen zu kämpfen. Ich hatte heute nämlich eine körperlich anstrengende Tätigkeit zu verrichten, und immer wenn ich früher körperlich anstrengende Arbeiten zu verrichten hatte, hatte ich die Zigarettenpause wirklich genossen. Aber ohne Zigaretten keine Zigarettenpause *grmpfl*. Mich immer mal wieder einfach so 5 Minuten hinstellen und dumm rumkucken wollte ich aber auch nicht. Das ist eben der Nachteil am Nichtraucherleben. Man muß durcharbeiten. Ansonsten Jahahahahaha. Tag 5 und ohne nennenswerte Probleme.

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Beitrag vom: 07.03.2015 14:18:25
 
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Eine Woche ist in wenigen Stunden geschafft. Bravo Etain. Wirklich nennenswerte Probleme gab es keine. Einpaar mal hat`s mich zwar gerauchert, das ließ sich aber gut mit Orbit ohne Zucker bekämpfen. Und obwohl ich körperlich keinerlei Probleme habe, freue ich mich schon auf Tag 10. Denn spätestens dann sind die körperlichen Entzugserscheinungen geschafft. Der Sport läuft besser und flüssiger und die Zunge ist "trommelwirbel" nicht mehr belegt sondern so rot wie ein Sonnenuntergang, an dem ich mich immer erinnert fühle, wenn ich den Mund aufmache. Ein bißchen Husten und ein kratziger Hals kamen gestern. Aber so minimal, dass man es fast vergißt, wenn man nicht dran denkt. Die Haut ist noch gewohnt aschfahl, aber das ändert sich mit steigendem Sonnenstand noch. Was noch? Achja. Ich habe heute Nacht vom Rauchen geträumt. Aber nicht direkt. Ich habe geträumt, dass ich von der Arbeit nach hause gelaufen bin und mir plötzlich dachte: "Mensch, du rauchst doch eine. Nein, Moment. Du rauchst heute schon den ganzen Tag." Ich hatte im Traum schlicht nicht mehr daran gedacht, dass ich aufgehört habe. Dann dachte ich mir im Traum: "Was soll`s. Fängst du halt gleich wieder von vorne an.". Keine Ahnung, ob ich die Zigaretten dann weggeschmissen habe, bin nämlich aufgewacht. Ansonsten gibt`s nix weiter zu berichten. Weil es mir wieder so leicht fällt, ärgere ich mich wieder, warum ich`s nicht schon früher gemacht habe. Vielleicht habe ich einfach keine Suchtveranlagung. Ich kann auch über längere Zeiträume viel spielen oder viel Alkohol trinken, ohne Probleme mit dem Aufhören zu haben. Ich kenne Leute, die können Rauchen und Aufhören wie sie das möchten. Wer weiß. Viel Erfolg an alle und genießt das schöne Wetter.

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Beitrag vom: 14.03.2015 23:33:02
 
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Ok. Zwei Wochen sind rum. Es fällt mir nach wie vor nicht schwer und ich bin gut drauf. Habe mal `n paar neue Geschmackssorten Kaugummis probiert. Einpaar sind gut, andere weniger. Vermutlich bleibe ich bei Pfefferminz. Es könnte alles so schön sein, wenn man nicht wüßte, dass der große Zusammenbruch jederzeit kommen kann. Beim letzten mal hatte ich das Rauchen zwischendruch fast vergessen und mußte immer wieder rechnen, wie viele Tage denn eigentlich rum waren. Und um den 100. Tag rum, kam der Einbruch. Ich hatte plötzlich riesige Angst vor Lungenkrebs. Bin von Arzt zu Arzt und habe mich durchleuchten lassen. Der eine Schrank hat ausgesehen, wie in der Apotheke. Voller Hustensaft und Magentabletten und haste nicht gesehen. Ich bin am Tag 20 - 30 mal ins Bad und habe Sekret aus der Lunge hochgeräuspert, um zu sehen, ob Blut drin ist. Und vor allem hatte immer den Gedanken, dass das alles aufhört, wenn ich wieder mit Rauchen anfange. Und genauso war es auch. Es hat sich alles wieder normalisiert und den ganzen Rest hat`s einfach weggeblasen. Hmmm. Na mal sehen. Diesmal bin ich drauf vorbereitet, falls es denn überhaupt so kommen sollte.
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Beitrag vom: 02.05.2015 02:09:39
 
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Also gut. Da war ich wohl ein bißchen sehr optimistisch. Hatte einen sehr starken Rückfall. Und wieder hat sich mein Konsum von 40 auf gute 50 Zigaretten erhöht. Also habe ich meinen Zähler zurückgesetzt und starte Versuch 734. Vielleicht sollte ich mich mal für`s Guinessbuch bewerben. Aber diesmal würde ich es gerne wirklich schaffen. Ich habe zwar noch Nikotinbonbons hier, aber die würde ich ungern benutzen, weil ich das für Selbstbetrug halte.
Amida
Amida
abgemeldet
Beitrag vom: 02.05.2015 08:37:27
 
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innocent Lieber Etain,

habe hier grad deine Beiträge gelesen und lese daraus, dass du große Angst vor Lungenkrebs hast. Das ist zwar auch eine große Motivation, um nicht mehr zu rauchen - aber wie du schreibst, wenn die Angst vesrchwindet, hört deine Motivation auch wieder auf und du bist bisher damit eingeknickt.

Vielleicht ist es für dich dieses Mal hilfreich, dich besser vorzubereiten. Lies doch mal von Joel Spitzer das online-buch "Nie wieder einen einzigen Zug" - google mal danach, man kann es auch runterladen. Ich habe es am Anfang meines Entzugs hoch und runter gelesen. Ich bin heute bei Tag 122 und ich weiß, dass ich nicht mehr rauchen werde, und das nach über 40 Jahren Qualm. Mir ist klar, dass das Nichtmehrrauchen für mich ein großes Projekt ist - ich bin stolz auf mich, soweit gekommen zu sein und dieses Gefühl trägt mich auch weiterhin. Du hast schon einmal über 100 Tage geschafft und darauf kannst auch du stolz sein !!!!

Du weisst z.B. beim Joggen, wie es sich anfühlt, freier zu atmen. Es gibt noch mehr Vorteile und von daher schreib doch mal auf, was es an positiven Dingen für dich bedeutet, nicht mehr zu rauchen. Angst ist zwar eine große Motivation, aber sie kann auch in Panik kippen und das ist dann ein großes "Gespenst", dass den Verstand ausknipst.

Belohn dich am Anfang fürs Nichtmehrrauchen - muss ja nichts großes sein, 1 Entspannungs-Bad oder ein gutes Buch oder was auch immer dir gut tut - auf sich selbst stolz sein ist wichtig, denn überleg mal - du startest nicht grad einfach mal so in ein rauchfreies Leben - du bekämpfst eine Sucht und das ist wie ein Entzug. Wir Raucher waren süchtig!

In diesem Sinne NWEEZ - lg amida

 

Lokfuehrer
Seit 4042 Tagen rauchfrei
online
Beitrag vom: 02.05.2015 10:28:16
 
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Etain schrieb:
tund starte Versuch 734.

 

Hallo Etain,

dann starte KEINEN Versuch, MACH einfach.

Viele Tipps hast du hier schon bekommen,

einen bekommste noch von mir: bring einfach Feuer und Zigarette nicht in Kontakt

auch DU kannst es schaffen wenn DU es willst.

Gregor

 

placeholder
Seit 1317 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 14.11.2018 - 09:46
Beitrag vom: 18.05.2015 09:10:13
 
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Hallo Etain, ich habe lange und viel geraucht, 30 Jahre 2 Big Packs täglich, ähnlich deinem Suchtverhalten.ICH benutze Nikotinkaugummis und Nikotinspray, sehe es einfach als Hilfsmittel die Dir zur Verfügung stehen und NUTZE sie. Bin jetzt in der zweiten Woche und ich muss sagen es klappt Super.Versuch es einfach...hast nichts zu verlieren...kannst nur gewinnen.