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Der "Klick" im Kopf
nutellaschnitte
Seit 751 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 07.07.2016 - 14:42
Beitrag vom: 21.01.2016 13:02:26
 
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Huhu! 

Ich bin neu hier im Forum und was das "Aufhören" angeht zumindest gefühlt ein richtig alter Hase. Mein erster ernsthafter Versuch liegt gut 6 Jahre zurück, damals gings mit Allen Carr und einer Portion gutem Willen erstaunlich einfach. Ich hatte die höchste Freude daran wenn sich Entzugserscheinungen bemerkbar gemacht hatten, weil ich dem yeeper so ordentlich eins drauf geben konnte.... Es hielt ein jalbes Jahr, danach bin ich gekippt. Frust ohne Ende. Jeder erneute Anlauf ist kläglich gescheitert. An dem gutenGefühl das ich beim Aufhören hatte konnte ich einfach nicht mehr Anknüpfen. Stattdessen hatte ich bei jedem Kauf einer neuer Schachtel ein schlechtes Gefühl, bei JEDER Kippe die ich rauchte, bei jedem Gedanken ans Rauchen hab ich mich einfach nur fertig gemacht. Ein glücklicher, nicht nachdenkender, "ist-doch-egal"-Raucher bin ich nicht mehr geworden. Und das ist gut so!

Der letzte Versuch ist nun zwei Jahre her. Zwischenzeitlich ist viel passiert was mich gezwungen hat, nochmal ganz von neu zu starten. Ich habe meinen Arbeitsplatz gewechselt, meine Möbel verkauft, mein Leben in ein paar Kisten gepackt, umgezogen, in Therapie gegangen. Das Thema Rauchstopp hat mich die ganze Zeit begleitet, weiß ich doch wie gut es tut das Rauchen bleiben zu lassen. Sowohl körperlich auch als psychisch - das sitzt schon mal bombenfest im Kopf.

Trotzdem habe ich auf den von so vielen gepriesenen "Klick" gewartet, einen einfachen Weg gesucht, ohne mir ständig in den Arsch treten zu müssen, leiden zu müssen. Ich hab nicht nur die Schnauze voll vom Rauchen und dem ganzen Mist der damit einhergeht - sondern ich hab generell auch die Schnauze voll davon mich ständig zu irgendwas zwingen zu müssen und beim Rauchstopp scheint es mir dann doch so sein zu müssen. Dilemma nennt man sowas wohl.

Was war also bei meinem ersten Aufhörversuch anders? Ich war neugierig darauf wie es "ohne" ist, es war Neuland, ich hatte Spaß dabei, ich war entspannt dabei, hatte ein gutes Gefühl dabei. Jede Rauchersituation in der ich ab sofort nicht mehr rauchte, war nun direkt mit einem neuen und angenehmen Gefühl verknüpft. Da war kein "die Situation ist jetzt nicht mehr schön weil ich nicht mehr rauchen darf". Tja... und dann gings wirklich ganz easy...

Wenn man sich hingegen zwingt die Situation aushalten zu müssen, der (dauerhafte) Erfolg sich irgendwo in der Ferne hoffentlich dann doch mal einstellt, hat man schlechte Karten das dauerhaft durchzuhalten. Da haperts - schwer zu übersehen - an der inneren Einstellung. Hilft mir das reine Wissen um das ganze? Kann man gute Gefühle herbeizwingen? Wohl kaum. 

Vielleicht hats doch schon Klick gemacht? Nicht so dramatisch und schlagartig von einer Sekunde auf die nächste, aber irgendwo im Hinterkopf, so gaaaaanz leise und langsam? Die letzten Wochen wollte ich die ein oder andere Kippe einfach weglassen, ohne Drama. Ich konnte sie um eine Stunde rausschieben, auch ohne Drama. Ohne Druck. Ohne mir einen Arschtritt verpassen zu müssen. Und da war es wieder - "das gute Gefühl" dabei laughing Es geht also doch... Und genau das ist glaube ich mein Ding - keine "jetzt-sofort-mit-allem-Druck-und-Gewalt-und-Arschtritt-Philosophie". Ich "erlaube" mir diesmal Nikotinpflaster um mich gut zu fühlen dabei, beim weiteren Aufschieben, beim Weglassen... und beim Aufhören. Ich bin noch nicht auf 0 was meine gerauchten Zigaretten anbelangt, aber ich habe zumindest schon mal aussortiert. Ich kann mich rantasten an die Sache. Die Situationen reflektieren - ohne einen yeeper im Nacken der mich so irre macht, dass ich nicht mehr weiß was gerade geschieht. Die Nikotinpflaster beim Rauchausstieg sind wohl so etwas wie Antidepressiva bei Depression - es macht einen wieder handlungs-, entscheidungs- und therapiefähig.

Ich bin gespannt ob der Weg so für mich funktioniert, freue mich auf Austausch und auf hoffentlich bald "grüne Zahlen"...

 

placeholder
Seit 1121 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 14.05.2018 - 08:55
Beitrag vom: 21.01.2016 17:31:59
 
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Hallo und herzlich Willkommen. 

Ich lasse mal einen schnellen Gruß hier und einen guten Tipp: einfach anfangen, in einer Gruppe melden, wenn du flott bist noch bei den Januarhelden und los geht die Fahrt mit der wilden Maus.

Viel Spaß dabei!

Teddie
Seit 1124 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 15.07.2018 - 13:24
Beitrag vom: 21.01.2016 18:23:29
 
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Auch von mir ein freundliches Hallo und herzlich willkommen!

Gruppentechnisch gehörst Du in die Januargruppe, melde Dich doch einfach dort mal, dann kommt der Austausch von ganz allein.

Ich wünsche Dir einen baldigen Start und viel Erfolg!

 

placeholder Letzter Login: 05.03.2016 - 09:03
Beitrag vom: 02.02.2016 11:52:44
 
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Hallo nutellaschnitte-schnitte? - schnittchen? soltest dir schon mal ne Kurzform überlegen....

aber Spass beiseite, da wir ja beide in den Startlöchern stehen schreibe ich dir mal von mir. Das Dilemma das du beschreibst kenne auch ich zu Genüge. Heute noch, morgen noch, eine Schachtel kauf ich noch dann keine mehr, will ich, will ich nicht? Es ist EIGENTLICH ganz einfach, musst nur etwas NICHT tun. So geht das bei mir seit Jahren. Nicht eine Zigarette, die ich mit gutem Gefühl geraucht habe-und sie dennoch immer wieder angemacht.

Vor sechs Jahren, nach einer schweren Virusinfektion hatte ich die erste Auszeit vom Rauchen. Genau sechs Wochen. Hab mich super gefühlt und im sicheren Glauben morgens und abends je eine rauchen zukönnen wieder angefangen. So sicher war ich mir dieses supergute Gefühl jederzeit wieder herstellen zu können. Weit gefehlt. Mein Mann ist dabei geblieben und er ist gottfroh darum, kein Gedanke mehr ans rauchen. Wie sehr ich ihn manchmal beneide.

Seitdem dauert dieser Kampf, dieses 'Nicht begreifen können' Zumindest eins hab' ich inzwischen begriffen: Es ist MEHR. Mehr als nur das rauchen weglassen. Um mich noch zu deiner Strategie der kleinen Schritte zu äussern. Bei mir hat sie zu keiner Zeit wirklich Erfolg gezeigt. Weder kontroliiertes rauchen, noch Nikotinersatzpräparate in welcher Form auch immer. Keine Kurse, Akupunktur oder sonst was haben mich auf Dauer vom Rauchen befreit. Es ging 3 Tage, 6, Tage, auch mal 2 Wochen - und dann war ich wieder bei meinen Gewohnheiten angelangt. Will heissen 20-30 Zigaretten pro Tag, wenn der Abend lang und feucht war auch mehr.

So bin ich inzwischen sicher, dass für mich nur der Schnitt geht. Und davor habe ich ANGST. Eine Angst, die ich nicht benennen oder erklären kann, nur dass sie da ist. Im Moment habe ich noch drei Zigaretten. Es sollen die letzten sein. Dann will ich mich dieser Angst stellen...

Liebe Grüsse und in dem Wissen dass 'nicht dranbleiben' sowieso keine Option mehr ist halt' ich uns allen die Daumen...

placeholder
Christian2512
abgemeldet
Beitrag vom: 02.02.2016 15:54:12
 
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Hallo Nutellaschnitte,

leg einfach los. Aller Anfang ist schwer. Im Forum wird einem immer geholfen.

Würd mich freuen einen bayerischen Mitstreiter hier zu haben!

 

nutellaschnitte
Seit 751 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 07.07.2016 - 14:42
Beitrag vom: 04.02.2016 15:47:03
 
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Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Rückmeldungen! Ja - einfach springen, nicht lange rumjammern, einfach TUN statt ÜBERLEGEN. Ich hab erstmal wieder etwas Hoffnung sammeln müssen nach so vielen gescheiterten Versuchen. Ich dachte echt ich hänge ewig an dem Zeug, ich rauch mich noch tot damit... Seit drei Wochen klebe ich nun meine Nikotinpflaster und komm gut damit zurecht. Der yeeper schlägt zumindest nicht ganz so heftig zu, ich hab einen halbwegs klaren Kopf und hab die typischen Alltagssituationen jetzt schon ohne Griff zur Zigarette überstanden und etwas neu einschleifen lassen können. laughing Das ist schon mal die halbe Miete... Lediglich die eine Fluppe morgens und die eine am Abend, die konnte ich noch nicht gut sein lassen. 

Wie du schon so schön sagst Bärbel, es ist so viel mehr als nur das Rauchen bleiben lassen. Man verschließt sich irgendwie endgültig einen Ausweg wenn man aufhört. Auch wenn der Ausweg nur eine Illusion ist, weil gar nichts besser wird wenn man raucht, hat es so etwas Endgültiges das Aufhören. Es ist halt leichter zu glauben, dass sich so manches Problem einfach in Luft auflöst - wie die Zigarette die man dann eben raucht. Wenn ich mir überlege, was ich in den letzten 3 Wochen geändert hab in meinem Alltag, wieviel ich neu strukturiert hab und Dinge angegangen bin, die ich sonst links liegen gelassen hab, weil ich erstmal eine rauchen gehen muss.... und dann wieder... und wieder... und wieder... und dann ist der Tag fast rum und dann ist's eh schon egal... geht man es halt einfach "morgen" an.... und somit nie.

Lange Rede, kurzer Sinn... es gibt jetzt keine Ausreden mehr - die letzte Kippe hab ich heute morgen geraucht. Punkt.  bananeDu hast also jetzt bayerische Unterstützung Christian! Einholen werd ich dich mit deinen 16 grünen Tagen wohl nicht mehr,aber ich bin dir auf den Fersen...LG Sabine

MonikaL
Seit 1019 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 16.04.2018 - 17:40
Beitrag vom: 04.02.2016 20:47:53
 
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Nutella aus welchem Anger in Südbayern bist Du? Aber nicht zufällig aus BGL?

nutellaschnitte
Seit 751 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 07.07.2016 - 14:42
Beitrag vom: 04.02.2016 21:41:57
 
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Hallo Monika,

sag grad du kennst unser kleines hübsches Dörfchen im Berchtesgadener Land?? laughing

MonikaL
Seit 1019 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 16.04.2018 - 17:40
Beitrag vom: 05.02.2016 08:19:25
 
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Ja kenn ich blume2. Bin in Bad Reichenhall aufgewachsen und meine Eltern wohnen in Anger. Find ich cool. Bist Du gebürtige Angerin?

nutellaschnitte
Seit 751 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 07.07.2016 - 14:42
Beitrag vom: 08.02.2016 12:06:31
 
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Mi Moni, nein bin erst mit 10 Jahren nach Anger gezogen. Zwischenzeitlich mal ausgeflogen und nun wieder hier. jump

Schon lustig, dass hier tatsächlich jemand unser Anger kennt biggrin

MonikaL
Seit 1019 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 16.04.2018 - 17:40
Beitrag vom: 08.02.2016 12:28:14
 
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Ja, da siehste mal wie klein die Welt istbiggrin