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Rückfall - Ein Roman
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Seit 730 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 26.01.2016 - 16:40
Beitrag vom: 22.01.2016 10:39:55
 
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Hey ihr!

Ich war 2011 hier aktiv, als ich damals mit dem Rauchen aufgehört habe (nach relativ kurzer Raucherkarriere von 2 Jahren).

Eigentlich hätte ich nie mehr ans Rauchen gedacht, wenn ich nicht durch Kontakte an andere Rauchsubstanzen gekommen wäre letzten Herbst. Ich habe zu der Zeit mich einsam gefühlt und viel ein Computerspiel gespielt, in dem eine der Hauptcharaktere oft rauchend und sinnend irgendwo herumsitzt oder -liegt. Irgendwie dachte ich da: "DAS WÄRS!

Rückfällig werde ich nie mehr, und richtiger Raucher...pff. Warum sollte ich je wieder normale Zigaretten rauchen?"

 

Jedenfalls war mein Zeug dann nach einer Woche weg und da ich das Ritual so schön fand, habe ich den Tabak weitergeraucht. Das Ganze hat sich von 2 Zigaretten natürlich gesteigert und jetzt steck ich wieder mittendrin.

Durch belastende Lebensumstände ist Rauchen für mich derzeit sowas wie eine kleine, private (stinkende, dreckige, gesundheitsschädliche) Oase geworden. Ich bin mit meinem Freund zusammengezogen und so gut läufts nicht, er verabscheut meine Raucherei, hat mich als Nichtraucherin kennengelernt (aber zu dem anderen Zeug überredet), und ich schätze, das ist eine Art Machtkampf zwischen uns.

Fällt mir jedenfalls verdammt schwer, es aufzugeben. Zwar will ich nicht mehr rauchen, weils mir zum Hals raushängt, weiß aber irgendwie nicht, was ich sonst machen soll. Eine Tasse grünen Tee trinken ist irgendwie nicht so verlockend wie aus der Wohnung zu flüchten, um den Block zu latschen und zu rauchen wie ein Schlot.

Zugang zum Rauchen bzw. zum Nichtrauchen kam bei mir immer über gewisse Images, die mich faszinieren, die ich verkörpern will, und zu denen das Rauchen eben gehörte oder nicht. Wie z.B. die Figur aus dem Computerspiel. Als ich damals aufgehört habe, wollte ich eine andere Person werden und hatte ein Vorbild. Sportlich. Selbstbeherrscht. Mit sich im Reinen. Habe mich, wenn mich der Drang überkam, gefragt: "Was würde X nun tun?" Und schon fiel es mir leicht, nicht zu den Kippen zu greifen.

Heute weiß ich leider schon, dass ich dieses Vorbild, mit dem es 2011 funktioniert hat, niemals erreichen werde (so sportlich, selbstbeherrscht usw. werde ich in diesem Leben nicht mehr), deswegen müsste ich mir was anderes suchen. Das tue ich auch bereits seit ein paar Wochen, aber alles wird immer schlechter. Habe komplett mit Sport aufgehört, bin total unmotiviert, fühle mich meist eklig und flüchte mich nonstop in die Raucherei.

Manchmal wird der Drang echt groß, mich zu verändern, es endlich wieder zu lassen, mich besser zu ernähren und zu entgiften und mich zu bewegen, aber ich unterdrück es in der Regel, aus Angst, dann dazu stehen zu müssen und nicht zu können, weil ich nicht weiß, wie ich in allen Lebensbereichen dauernd stark sein kann und Rauchen dann das Leck ist, wo ich halt nicht funktionieren darf.

Jedenfalls werd ich die Tage irgendwie aufhören. Wünsch euch allen bei euren Vorhaben alles Gute und drückt mir die Daumen!

KaiserKarl
Seit 384 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 05.01.2018 - 21:52
Beitrag vom: 22.01.2016 11:38:54
 
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Hi rhodok,

hast du lust, in die januar-helden-gruppe zu kommen? dort findest du mit sicherheit gleichgesinnte und auch schonmal rat und hilfe.

ich fand deine story bewegend... berührend... du findest sicher schnell wieder aus der rauchfalle heraus, wetten?

du hast es ja schon alles mal mitgemacht und weißt ja bescheid. die anderen rauchsubstanzen kann ich mir schon vorstellen... viele geraten durch diese in eine nikotinsucht... 

ich wünsche dir viel erfolg!!!

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Seit 730 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 26.01.2016 - 16:40
Beitrag vom: 24.01.2016 12:09:47
 
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Hey.

Jo ich schau mal rein.

Mein Körper hat das Problem nun erstmal für mich gelöst. Bin richtig fett krank geworden mit Fieber, Reizhusten bis zum Umfallen, Rückenschmerzen usw..und gestern, als es noch nicht so schlimm war, hab ich trotzdem zwei geraucht, war so widerlich, und dann ist es schlagartig über mich hereingebrochen.

Nach einer totalen Horrornacht hab ich eben den restlichen Tabak weggeschmissen. Wenn ich mir vorstelle, eine Lungenkrankheit mit ähnlichen Symptomen heranzuzüchten..uargh. Den Husten hatte ich so schlimm schon seit Jahren nicht mehr.