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Angst davor
DineJo Letzter Login: 10.09.2016 - 10:08
Beitrag vom: 17.07.2016 13:40:17
 
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Ich möchte zum 1.08. Aufhören und habe sehr grosse Angst davor. Zum einen will ich aus gesundheitlichen Gründen aufhören (mit 40 schon ausgeprägt Osteoporose), zum anderen auch aus finanziellen Gründen. Ich hatte schon mal aufgehört und dummerweise wieder angefangen. Das größte Problem ist bei mir der körperliche Entzug (Inneres Zittern, Nervenzuckungen). Das hält bei mir leider ca 3 Wochen an... Hat jemand Tipps, was dagegen hilft? Kann dagegen evtl ein Arzt was verschreiben? 

Teddie
Seit 1038 Tagen rauchfrei
online
Beitrag vom: 17.07.2016 14:21:57
 
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Willkommen im Forum, DineJoblume2

Super, dass Du Dich entschieden hast, NMR zu werden - damit hast Du schon mal den Grundstein gelegt, auf den Du Dein Fundament baust megatoll

Soweit mir bekannt ist, hatten alle eine mehr oder weniger große Angst vor dem Ausstieg - das lässt sich hier im Forum sehr gut nachlesen. Du bist also nicht allein - scheint suchtbedingt zu sein und somit nichts, was Dir Kopfzerbrechen machen sollte - ist doch schon mal gut, oder?

Du schreibst, der körperliche Entzug würde bei Dir drei Wochen andauern? Das scheint mir ungewöhnlich. Hinlänglich bekannt ist, dass es drei bis maximal sieben Tage dauert, bis das Nikotin den Körper verlassen hat.

Ein Arzt kann etwas verschreiben (wie Champix), was die Entzugserscheinungen wesentlich abmildert. Es soll Vor- und Nachteile haben. Leider kenne ich mich damit nicht so aus, weil ich den "kalten" Entzug gemacht habe. Es gibt allerdings sehr gute Beiträge hier im Forum zu dem Thema Champix, die sehr gut informieren.

Überhaupt würde ich raten, hier im Forum viel, viel zu lesen, und natürlich auch einschlägige Literatur wie das kostenlose e-book von Joel Spitzer "Nie wieder einen einzigen Zug", Thorre Schlaméus "Das Zen im Nichtrauchen", natürlich Allan Carr "Endlich Nichtraucher" und last but nocht least die hervorragenden Videos von Stefan Frädrich auf Youtube (Nichtraucher in 90 Minuten / in 4 Stunden / etc.).

Denn ganz wichtig ist es, seinen Feind zu kennen, um ihn zu besiegen! Das ermöglicht einem vieles:

1. es festigt den Entschluss (= absolute Eingangsvoraussetzung für den Erfolg Deines Vorhabens);

2. es hilft, das Funktionieren der Sucht und sämtliche hiermit zusammenhängende Mechanismen zu durchschauen, richtig einzuordnen und sich demzufolge entsprechend darauf einzustellen und zu wappnen;

3. es motiviert ungemein, durchzuhalten und weiterzumachen etc. pp.

Das Forum hier ist ebenfalls eine große Hilfe - fast jeder hier sagt, er hätte es wohl ohne diese "Anlaufstelle für alles im Zusammenhang mit dem R***stopp" nicht geschafft.

Ansonsten wichtig für den Anfang und bei Schmachtattacken - wie Du vllt. schon weißt: viel Wasser / Tee trinken, Gemüse knabbern, zuckerfreie Bonbons / scharfe (Lakritz-) Bonbons, Strohhalm "rauchen", Treppensteigen, Duschen, Bewegung / Spazierengehen / Sport, Hobby (neues suchen - Handarbeiten? - oder altes verstärkt ausüben).

Manche steigen von Kaffee auf Tee um, zur Erleichterung am Anfang, andere behalten bewusst alles so bei - nur dass sie nicht rauchen;  immer schön stur bleiben und die A***backen zusammenkneifen - das haben wir ALLE so gemacht, damit es was wird, und es geschafft - wieso denn auch nicht Du?

Es ist ALLES erlaubt - außer Rauchen.

Hier haben es sooo viele geschafft - Du schaffst das auch!

Ich lasse Dir mal viel Sturheit und Kraft da, damit Du bei Bedarf daraus schöpfen kannst! Vielleicht startest Du ja schon vor dem 01. August?

Bei Fragen schaue ins Forum, eigentlich ist immer jemand da, der helfen kann.

Liebe Grüße

Teddie blume2

Selber
Seit 775 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 25.03.2017 - 22:26
Beitrag vom: 17.07.2016 14:48:45
 
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Hallo, DineJo!

Den Ratschlägen von Teddy (blume2Fleißblümchen für dich, du Gute!) möchte ich nur eines hinzufügen:

Viele Leute haben Angst mit dem Rauchen aufzuhören, weil der Gedanke an das "niemals wieder" ihnen als nicht machbar erscheint. Was in solchen Fällen geholfen hat, ist die Technik der kleinen Schritte. Sie sagen sich nach dem Rauchstop mantrahaft vor, dass sie keine Aussage über die ferne Zukunft machen, und dass sie jetzt erstmal "nur die nächste" bewusst nicht rauchen. Dann, wenn sie wieder Lust auf eine Zigarette haben, sagen sie sich wieder: nein, diese eine jetzt nicht, das halte ich durch.

Du kannst dir die Methode ja mal durch den Kopf gehen lassen, vielleicht nimmt dir das die Angst vor dem Versagen, die wahrscheinlich größer ist als die Angst vor den körperlichen Entzugserscheinungen.

Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen!

Liebe Grüße

Babsi

Teddie
Seit 1038 Tagen rauchfrei
online
Beitrag vom: 17.07.2016 14:54:56
 
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Ja, genau - besonders, wenn man derTyp ist, den das "Nie wieder" in ein Loch fallen lässt. Das wäre kontraproduktiv. Es gibt ja den Thread "Nur heute nicht - Part 2" im Forum. Und, wie Babsi richtig gesagt hat, lässt sich das selbstverständlich auch noch runterbrechen.

Danke für die Blumen, liebe Babsi blume2

DineJo Letzter Login: 10.09.2016 - 10:08
Beitrag vom: 17.07.2016 14:57:07
 
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Danke Babsi.  Leider ist es nur das körperliche wodurch ich es nicht schaffe und das auch nur die Nächte. Nach 1/2 Wochen versage ich immer wieder aus dem selben Grund: Endlich wieder richtig schlafen können.

placeholder
Seit 678 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 21.01.2017 - 21:05
Beitrag vom: 19.07.2016 11:01:01
 
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Hallo DineJo,

herzlich willkommen und Glückwunsch zu Deinem Entschluss und Deinem Mut!

Ich habe auch immer, wenn ich mit dem Rauchen aufgehört habe, damit zu kämpfen, dass meine Nerven flattern und ich nachts schlecht einschlafen oder auch kaum durchschlafen konnte. Und auch das über Wochen, teilweise jetzt noch. Was mir sehr hilft, sind Lavendelölkapseln, die gibt's rezeptfrei in der Apotheke und mein Hausarzt hat sie mir gegen Nervenflattern und Schlaflosigkeit empfohlen. Man nimmt eine pro Tag, sie haben keine bekannten Nebenwirkungen. Je nachdem, was wichtiger ist, nimmt man sie entweder morgens (um über Tag nervenstark zu sein) oder abends (um schlafen zu können). Sie machen nicht müde sondern bloß gelassener. Allerdings setzt die volle Wirkung erst nach 2 Wochen konsequenter Einnahme ein. Es gibt sie rezeptfrei in der Apotheke, in Online-Apotheken kaufe ich sie mittlerweile mit bis zu 50% Preisnachlass

Ebenfalls wichtig für mich ist, regelmäßig Sport zu machen, da das unglaublich die Laune hebt und "mutig macht".

Egal, für welchen Weg Du Dich entscheidest, drücke ich Dir alle Daumen. Für mich war die Entscheidung, mich hier anzumelden, das Zünglein an der Waage, dass mich 34 Tage hat durchhalten lassen. Hier konnte ich jammern und schimpfen und anderen helfen.

 

Drück Dich, viel Glück und Sturheit!

Irene

Kermit79
Seit 936 Tagen rauchfrei
online
Beitrag vom: 19.07.2016 13:21:01
 
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Liebe DineJo,

ich hatte das auch gute 3 Wochen lang; leider ist da jeder anders gepolt. Sicherlich hat Teddie recht damit, dass der körperliche Entzug nach maximal einer Woche abgeschlossen sein sollte, doch ich hatte noch viel länger danach das Gefühl, ich würde die Sucht "ausschwitzen" und das bevorzugt nachts. Ich kenne demnach das Zittern, die Unruhe (ich "trat" nachts! Kein Witz, ich lief ganze Marathone), das Schwitzen. Man ist sehr unleidlich durch Schlafentzug und dennoch: Sobald der Körper nicht mehr kann, weil er so massiv unter dem Schlafentzug leidet, holt er sich irgendwann, was er braucht. Du musst das irgendwie durchhalten. Ein Arzt oder Apotheker kann Dir ein pflanzliches Schlafmittel geben; das hilft schon mal. Glaub mir, nach allerspätestens 4 Wochen ist es vorbei, wirklich.

Ansonsten hast Du den besten Entschluss Deines Lebens gefasst, denn dadurch hast Du wieder ein Leben! Du wirst nicht mehr von der Sucht diktiert, sondern bist frei. Für mich ist das immer noch das allerbeste Gefühl von allen.

Nur Mut!

Gründe doch eine August-Gruppe, so kannst Du Mitstreiter "sammeln"! In der Herde lebt es sich als angehender NMR viel leichter!

DineJo Letzter Login: 10.09.2016 - 10:08
Beitrag vom: 03.09.2016 23:29:18
 
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Hallo Ihr lieben. Nun bin ich nach einer Weile wieder da und bin einen ganz anderen Weg als geplant gegangen. Zuerst war ich beim Arzt. Er meinte meist ist der körperliche Entzug nach wenigen Tagen vorbei, aber so pauschal kann man es nicht sagen. Es kommt sicher auch drauf an, wie viel und wie lange man geraucht hatte und jeder Körper reagiert einfach anders. Er meinte auch, wenn man so extrem starken körperlichen Entzug hat, mag Schrittweise aufhören für manche wirklich besser sein. Also wollte ich dies auf meine Weise versuchen. Ich wollte den Geruch und Geschmack von der Zigarette aber schon sofort weg haben. Also musste her: 2 E Zigaretten, liquid mit Geschmack, jeweils mit und ohne Nikotin. Ich habe so weit es ging die E Zigarette ohne Liquid geraucht und nur wenn der körperliche Entzug zu stark wurde, griff ich zu der E Zigarette mit Nikotin. Zuerst war es ca alle 3 - 4 Stunden, dass ich zu der mit Nikotin Griff und ich bin nun unheimlich stolz berichten zu können, dass ich seit gestern Morgen 9 Uhr komplett Nikotin frei bin. Ich glaube dies war der für mich richtige Weg. LG, Dine 

StefanBa
Seit 574 Tagen rauchfrei
Letzter Login: 13.10.2016 - 05:27
Beitrag vom: 12.09.2016 19:03:45
 
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Wie lange hast du gebraucht um von dem Nikotinentzug wegzukommen?