Ein kurzer Ratgeber zum besseren Umgang mit der Krankheit
Die COPD gehört zu den häufigsten Erkrankungen. Drei bis fünf
Millionen Menschen leiden an ihr. Es ist eine heimtückische Krankheit,
die sehr gefährlich werden kann, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt
wird.
Der Name:
Mit der Abkürzung COPD wird die chronisch-obstruktive Bronchitis
mit Lungenemphysem bezeichnet (englisch: chronic obstructive
pulmonary disease).
Chronisch bedeutet, dass es sich um eine dauerhafte, also
lebenslange Erkrankung handelt. Sie kann zwar nicht geheilt, aber
in ihrem Verlauf beeinflusst werden.
Obstruktiv heißt, dass eine Verengung der Atemwege vorliegt.
Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien.
Beim Lungenemphysem sind die Lungenbläschen und die ganz
kleinen Bronchien überbläht; und das zerstört auf Dauer Lungengewebe.
Entscheidend für den Verlauf der COPD ist die frühzeitige Behandlung.
Je später eine COPD erkannt wird, desto mehr Lungengewebe ist
bereits unwiederbringlich verloren.
Ohne Behandlung verschlechtert sich der Gesundheitszustand kontinuierlich.
Glücklicherweise können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt den Verlauf
der Krankheit wesentlich beeinflussen.
Die Krankheit:
Die COPD beginnt undramatisch: Typischerweise haben Sie zu Beginn
einen einfachen Husten am Morgen mit oder ohne Auswurf. Der Husten
wird, besonders von Rauchern, oft nicht ernst genommen und besteht
über Monate und Jahre. Doch eines Tages kommt es dann zu Atembeschwerden
unter körperlicher Belastung, z.B. beim Steigen von Treppen. Vielleicht
hören Sie auch Geräusche beim Atmen oder spüren ein Engegefühl
über dem Brustraum.
Die meisten Betroffenen sind über 50 Jahre alt - und sind in der
Mehrheit Raucher. Aber - auch Nicht-raucher können betroffen sein,
besonders nach häufigen Infekten der Atemwege oder bei Staubbe-lastungen
am Arbeitsplatz. Nehmen Sie alle Symptome ernst und gehen Sie
zum Arzt - lieber zu früh, als zu spät. Gehen Sie auf jeden Fall
zum Arzt wenn Sie
morgendlichen Husten und/oder Auswurf haben
Rauchen
über 50 Jahre alt sind
Was passiert beim Arzt?
Die Diagnostik:
Schon ein ausführliches Gespräch mit einigen wichtigen Fragen
zu Ihrer Krankheitsgeschichte, Ihren Symptomen und Ihrem Lebensstil
geben Ihrem Arzt wichtige diagnostische Hinweise (Anamnese).
Bei der körperlichen Untersuchung werden über dem
Brustkorb die Atemgeräuschen abgehört. Die wichtigste Prüfung
ist die Lungenfunktionprüfung. Der entscheidende
Parameter ist die sog. Sekundenluft (in der Fachsprache
auch FEV1 genannt). Mit ihm wird gemessen, wie viel
Luft Sie in einer Sekunde auspusten können - bei vollem Elan.
Je weniger Luft Sie auspusten können, umso stärker ist die Verengung
Ihrer Atemwege.
Weitere diagnostische Schritte können Röntgenuntersuchung,
Computertomographie oder eine Bronchoskopie
sein. Durch ein EKG kann geprüft werden, ob das
Herz in Mitleidenschaft gezogen ist.
Vorbeugung der COPD (Prävention):
Vorbeugung ist die Beste Behandlung. Besonders wichtig ist es,
mit dem Rauchen auzuhören. Zur Vorbeugung gehören außerdem
Bestimmte Schutzimpfungen,
Meiden staubhaltiger Luft, besonders am Arbeitsplatzhygiene
Behandlung mit Medikamenten:
Medikamente werden eingesetzt, um die Symptome zu lindern und
den Verlauf der Erkrankung zu stoppen oder zu verlangsamen.
Zur Erweiterung der Atemwege können folgende Medikamente verordnet
werden: Betasympathomimetika, Anticholinergika, oder Theophyllin.
Diese Medikamente sind meist Sprays oder Pulver, die eingeatmet
werden. Dadurch sind geringe Mengen ausreichend, weil der Wirkstoff
direkt dort ankommt, wo er gebraucht wird. Betasympathomimetika
und Anticholinergika unterstützen sich - miteinander kombiniert
- in ihrer Wirkung. Es gibt kurz- und als langwirksame Betasympathomimetika
und Anticholinergika.
Kortison ist ein Wirkstoff, der Entzündungen bekämpft und wird
auch bei COPD verordnet. Allerdings wirkt es nicht bei allen COPD-Patienten
gleich gut, so dass Ihr Arzt nach etwa 3 Monaten die Behandlung
überprüfen wird. Kortison zum Inhalieren ist niedrig dosiert,
so dass so gut wie keine Nebenwirkungen auftreten. Kortisontabletten
sind dagegen höher dosiert und werden daher in der Dauertherapie
nicht empfohlen. Sie müssen nur bei einer plötzlichen Verschlechterung
für einige Tage eingenommen werden.
Schleimlösende und husten-stillende Präparate
können ebenfalls lindernd wirken.
Antibiotika werden nur verordnet, wenn eine Infektion mit Bakterien
vorliegt.
Nichtmedikamentöse Therapie:
Auch nicht-medikamentöse Maßnahmen können wesentlich zur Verbesserung
Ihres Befindes beitragen:
Ernähren Sie sich ausreichend. Viele COPD-Patienten sind
unterernährt. Dies hat einen negativen Einfluss auf den Verlauf
Ihrer Erkrankung.
In der Physiotherapie werden Sie verschiedene Atemtechniken
erlernen, wie die Lippenbremse (Ausatmen mit geschlossenen
Lippen), atemerleichternde Stellungen (z.B. Kutschersitz)
und Hustentechniken. Es gibt auch kleine Geräte, die das Abhusten
von Sekret erleichtern. Dies alles erleichtert Ihre akuten
Krankheitsphasen.
Nehmen Sie an einer Patientenschulung teil! Dort lernen
Sie alles über Ihre Krankheit und den Umgang mit ihr, die
richtige Benutzung der Medikamente und Hilfsmittel. Patientenschulungen
werden meist im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme jedoch
auch zunehmend von ambulant von Lungenfachärzten angeboten.
Nach einer Rehabilitationsmaßnahme ist es wichtig, den Anschluss
zu behalten. Viele Sportvereine bieten inzwischen Lungensportgruppen
an. Wo es eine Lungensportgruppe in Ihrer Umgebung gibt, können
Sie unter www.lungensport.org
nachsehen.
Auch das Engagement in einer Patientenorganisation hilft,
Probleme des Alltags zu meistern.
Ist die Krankheit sehr weit fortgeschritten, kann eine Sauerstoff-Langzeittherapie
oder nichtinvasive Beatmung Erleichterung bringen. In ausgewählten
Fällen sind auch Operationen sinnvoll.
Plötzliche Verschlechterungen (Exazerbationen):
Setzt bei Ihnen innerhalb von wenigen Stunden eine akute Verschlechterung
von Symptomen (Atemnot, Husten, Auswurf, Thoraxenge) ein, ist
umgehend ein Arzt, am besten ein Lungenfacharzt, aufzusuchen.
Exazerbationen treten besonders häufig im Herbst und Winter auf
und werden meist durch Bakterien oder Viren hervorgerufen.
Vermerken Sie für solche Fälle unbedingt die Telefonnummer Ihres
Arztes auf dem Telefon!
Was können Sie sonst noch tun?
Nehmen Sie die Kontrolle Ihrer Erkrankung selbst in die Hand.
Mit einem einfachen Gerät, dem Peak-Flow Meter können Sie
die Weite der Atemwege selbst messen. Peak-Flow bedeutet "Spitzenfluss".
Je höher die Werte sind, desto weiter sind die Atemwege. Regelmäßige
Messungen geben einen Überblick, ob die Krankheit stabil ist
oder ob eine Verschlechterung droht.
Hilfreich bei der Kontrolle der Krankheit ist die Benutzung
eines Patiententagebuchs, in dem die Peak-Flow-Werte und die
Beschwerden vermerkt werden. Diese Aufzeichnungen sind für
Ihren Arzt eine gute Orientierung und erleichtern die Optimierung
der Behandlung.
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