Sie haben schon mehrere erfolglose Versuche Nichtraucher zu
werden hinter sich? Vielleicht haben Sie einfach noch nicht
die passende Methode gefunden. Hier einige Alternativen:
Nichtraucherkurse
In verhaltenstherapeutischen Gruppen- oder Einzelkursen können
Sie mit Hilfe professioneller Betreuung das Nichtrauchen erlernen.
Schritt für Schritt wird Ihnen Ihre Sucht bewusst gemacht,
um sie danach überwinden zu können. Sie lernen neue
Verhaltensweisen und erhalten Anleitungen zur Selbstkontrolle.
Dabei wird zwischen zwei verschiedenen Vorgehensweisen unterschieden:
Schlusspunktmethode
Diese Methode verlangt den festen Entschluss von heute auf morgen
vollständig aufzuhören. Sie selbst legen den Tag fest,
ab dem nicht mehr geraucht wird. Die Methode ist vor allem für
schwache Raucher oder Raucher mit starkem Willen und für
Menschen, die nach dem Sprichwort "lieber ein Ende mit Schrecken
als ein Schrecken ohne Ende" leben, geeignet.
Klinische Hypnose
Bei dieser Maßnahme haben Sie die Möglichkeit sich eine gesunde
Verhaltensweise zu suchen und auch tatsächlich zu finden, die
Ihnen wirklich das geben kann, was Sie vorher mit dem Rauchen
bekommen wollten. Durch den Austausch dieser Verhaltensweisen
haben Sie keine Verlustgefühle oder Bewusstseinsveränderungen
wie z. B. Aggressivität oder Unausgeglichenheit. Hierbei spielen
Willenstärke oder -schwäche keine Rolle. Vorrausetzung ist hier,
das Sie die Entscheidung getroffen haben, mit dem Rauchen aufzuhören,
damit sie in diesem Sonderzustand des Bewusstseins auch erfolgreich
umgesetzt werden kann.
Reduktionsmethode
Bei dieser Methode erlernen Sie die stufenweise Reduktion bis
zur Abstinenz. Dabei wird die genaue Anzahl der Zigaretten,
die Sie täglich rauchen dürfen, festgelegt und allmählich
herabgesetzt. Sie ist nur für sehr starke Raucher oder
Raucher geeignet, die mit der eigentlich erfolgsversprechenderen
Schlusspunktmethode gescheitert sind.
Nichtraucherkurse sind die gesundheitlich verträglichste
Methode und haben die höchste Erfolgsquote. Diese kann
durch gleichzeitigen Einsatz von Nikotinersatzpräparate
noch erhöht werden.
Nikotinersatz
Der Rückgriff auf Nikotinersatzpräparate kann Ihre Entwöhnung
vereinfachen. Ihre Entzugserscheinungen werden durch die dosierte
Zufuhr von Nikotin abgeschwächt. Sie sind zwar dann immer
noch nikotinabhängig, aber Ihre Sucht wird vom bisherigen
Suchtverhalten getrennt. Auch Nikotinersatzpräparate müssen
nach der akuten psychischen Entzugsphase schrittweise reduziert
werden. Folgende Präparate sind auf dem Markt:
Nikotinpflaster: Das Nikotin
wird über die Haut aufgenommen und gleichmäßig
über einen längeren Zeitraum freigesetzt. Diese Methode
ist für Aktivraucher, die immer einen gewissen Spiegel
an Nikotin im Blut haben, sinnvoll. Nikotinpflaster werden in
verschiedenen Stärken angeboten. Als Nebenwirkungen können
Hautreaktionen und Schlafstörungen auftreten.
Nikotinkaugummis: Durch das
Kauen wird Nikotin freigesetzt, und die Entzugserscheinungen
werden gemildert. Dieses Präparat ist vorzugsweise für
Raucher, die das Nikotin im Blut selbstständig dosieren
möchten, geeignet. Mit dem Kaugummi können Sie schneller
einen wirksamen Nikotinspiegel aufbauen als mit dem Pflaster.
Vor allem in Momenten großen Rauchverlangens ist er empfehlenswert.
Nebenwirkungen können Mundbrennen und schlechter Geschmack
sein.
Nikotintabletten: Aus den Lutschtabletten
wird im Mund Nikotin freigesetzt. Mit ihnen verhält es
sich ähnlich wie mit den Kaugummis. Negative Folgen können
Missempfindungen in Mund und Rachen und Bläschenbildung
sein.
Nikotininhalator: Das Nikotin
wird bei der Inhalation vom Körper aufgenommen. Der Inhalator
ist zur Verringerung sowohl psychischer als auch körperlicher
Entzugssymptome geeignet. Dieses Präparat kann sehr unterschiedlich
dosiert werden. Als Nebenwirkungen können ein Brennen im
Rachen und Husten auftreten.
Nikotinnasenspray: Das Nikotin
wird durch die Nasenschleimhaut in die Blutbahn aufgenommen.
Das Spray kann Nikotin sehr rasch und hochdosiert zuführen.
Nebenwirkungen können Nasenschleimhautirritationen, Tränenfluss
und Niesen sein. Es besteht eine Gefahr der Abhängigkeitsentwicklung.
Bupropion
Dieser Wirkstoff wurde ursprünglich als Antidepressivum verwendet
bis seine Wirksamkeit bei Nikotinsucht festgestellt wurde. Er
ist für Raucher mit sehr hoher Nikotinabhängigkeit geeignet,
birgt aber selbst ein kleines Suchtrisiko. Eine Pille ersetzt
Ihre persönliche Motivation suchtfrei werden zu wollen nicht.
Medikamente mit Bupropion sind verschreibungspflichtig. Ihr Arzt
muss also entscheiden, ob das Medikament für sie geeignet
ist.
Akupunktur
Akupunktur ist eine Druckmassage auf bestimmte Körperpunkte
und eine Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin.
Mit ihrer Hilfe sollen die körperlichen Entzugserscheinungen
gemildert und das Rauchverlangen vermindert werden. Dabei wird
vor allem die Ohrakupunktur angewendet. Ein hierbei eventuell
entstehendes pelziges Gefühl auf der Zunge bewirkt, dass
Zigaretten nicht mehr schmecken. Die Wirkungsweise ist noch nicht
eindeutig geklärt.
Andere Methoden
Handauflegen oder die Placebotherapie, haben oft nur einen kurzfristig
Erfolg, da der Raucher eine passive Haltung einnimmt und keine
Anleitung für Rückfallsituationen erhält.
Wussten Sie schon?
Wer täglich ein Päckchen Zigaretten raucht, nimmt pro Jahr eine Tasse Teer zu sich.