Das Nichtraucher Gesetz in der Türkei

24.11.2014 09:11

Die Türkei galt lange Zeit als eine Hochburg der Raucher. Dieses Bild hat sich in den letzten Jahren jedoch maßgeblich geändert. Mit dem Regierungswechsel im Jahr 2008 wechselte auch die innere Politik im Bezug auf das Rauchen. Der damalige Premierminister und jetzige Präsident Recep Tayyip Erdogan legte eines der strengsten Anti-Tabak-Gesetze der Welt fest und verbot damit erstmals auch das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden in der Türkei. Darüber hinaus wurde durch die Gesetzgebung die Tabakwerbung drastisch eingeschränkt und dafür Aufklärungssendungen über die Gefahren des Rauchens vorgeschrieben. Im Oktober 2014 will der derzeitige Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu den Nichtraucherschutz nun noch einmal verstärken und einen Rauchstopp unter freiem Himmel durchsetzen.

Wandlung zum Rauchstopp innerhalb von 15 Jahren

Die Türkei will das Rauchen unter freiem Himmel in Parks, vor Bars und vor Restaurants verbieten. Damit geht die Regierung bereits einen Schritt weiter als viele andere europäische Länder. Dabei galt die Türkei lange nicht als Vorzeigebeispiel für die Umsetzung von Nichtraucher-Gesetzen. Bis 1999 durfte beispielsweise noch in den Flugzeugen von Turkish Airlines geraucht werden. Dies ist heute nicht mehr vorstellbar. Diese Entwicklung zeigt, dass es mittlerweile für große Teile der türkischen Bevölkerung Zeit ist, mit dem Rauchen aufzuhören.

Umdenken innerhalb der Gesellschaft

Nachdem 2008 die ersten Rauchverbote in öffentlichen Verkehrsmitteln, Sportstätten und Behörden durchgeführt wurden, kam es zu einem Umdenken innerhalb der Bevölkerung. Dadurch haben sich viele Menschen das Ziel gesetzt Nichtraucher zu werden und haben den Kampf gegen ihre Sucht aufgenommen. Bereits im Jahre 2009 traten weitere Gesetze in Kraft, die den Konsum von Zigaretten in der Öffentlichkeit einschränken. So sind seit dem 19. Juli 2009 alle öffentlichen Einrichtungen in der Türkei rauchfrei und werden es auch bleiben.

Tabakindustrie ist gewarnt

In der Zukunft soll es in der Türkei nur noch kleine Ecken für Raucher geben. Ziel ist es, dass die Stellen eingegrenzt werden und dadurch nur wenig Platz für den Rauchgenuss geboten wird. Schließlich will der Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu für eine rauchfreie Türkei einstehen. Deshalb soll es auch nur noch marken- und logofreie Zigarettenschachteln geben, die zusätzlich sogenannte Schockfotos wie krebsbefallene Lungen etc. zeigen. Die Tabakindustrie ist allerdings gewarnt und wird noch immer von einer starken Lobby in der Türkei unterstützt. Laut des europäischen Herstellerverbandes CECCM sind solche Einheitsverpackungen (auch Plain-Packaging genannt) rechtswidrig, da sie die wertvollsten Vermögensgegenstände der Unternehmen angreifen – ihre Marken. Dadurch würde das Eigentumsrecht eingeschränkt. Inwieweit das Gesetz allerdings dadurch zu verhindern ist, ist unklar.

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