Nichtraucherschutz in Österreich – neues Nichtraucherschutzgesetz gefordert

26.11.2014 11:11

Das Ziel des Nichtraucherschutzes – bessere Aufklärung

Als letztes Raucherparadies in Europa gilt die Alpenrepublik Österreich. In Sachen Nichtraucherschutz ist Österreich trauriges Schlusslicht. Ärzte, einzelne Politiker und Nichtraucherschützer sehen dringenden Handlungsbedarf zum Schutz der Nichtraucher und fordern eine Reform des Nichtraucherschutzgesetzes von 2009. Die Gastronomen hingegen sehen ihre finanzielle Existenz durch weitere Einschränkungen gefährdet.

Ziel des geforderten Nichtraucherschutzgesetzes ist es, die österreichische Bevölkerung über die Gefahren des Rauchens aufzuklären und an die Rauchentwöhnung heranzuführen, sowie die Nichtraucher vor Passivrauchen zu schützen.

Das Rauchen als häufigste Ursache für schwere Erkrankungen

Die laut den Ärzten und Nichtraucherschützern notwendigen Nichtraucherschutzgesetze seien erforderlich, um der Ursache für schwere Krankheiten vorzubeugen und das Gesundheitssystem erheblich zu entlasten. Häufigste Ursache für Erkrankungen wie ...  

  • Herz-Kreislauferkrankungen (Raucherbein, Herzinfarkt, Gehirnschlag)
  • Lungenkrebs und andere Krebserkrankungen
  • Magen- u.  Schleimhautentzündungen
  • Magen- u. Darmgeschwüre


... sind die Auswirkungen des Rauchens, und nicht selten enden diese tödlich. Nur ein klar geregeltes Nichtraucherschutzgesetz kann nach Auffassung der Nichtraucherschützer die Voraussetzungen für Prävention schaffen.

Nichtraucherschutz – keine Weiterentwicklung in Österreich seit 2009

In Österreich gilt in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln und Skihütten ein generelles Rauchverbot. Für die österreichische Gastronomie wurden im Zuge des Nichtraucherschutzes im Jahr 2009 folgende Regeln festgelegt:

  • Hat ein Lokal mehrere Räume, dann muss der Hauptraum rauchfrei sein. Dieser Hauptraum muss mindesten 50 Prozent der vorhandenen Plätze beinhalten.
  • Lokale, die kleiner sind als 50 Quadratmeter, können selbst bestimmen, ob sie rauchfrei seien wollen oder nicht. Einzige Voraussetzung ist eine deutlich angebrachte Kennzeichnung, um was für ein Lokal es sich handelt.
  • Lokale mit nur einem Raum dürfen ebenfalls selbst entscheiden, ob Nichtraucher oder Rauer. Allerdings muss ein Nachweis erbracht werden, dass eine Trennung der Räume nicht möglich ist.


Die Nichteinhaltung des generellen Rauchverbotes führt jedoch zu keinerlei Sanktionen. In Ferienwohnungen, Bier- und Weinzelten hingegen ist das Rauchen zudem generell erlaubt. Diese in 2009 in Kraft getretenen Nichtraucherschutzmaßnahmen sind Hintergrund der politischen Debatte, ebenso wie die Schlusslichtbewertung im europäischen Ländervergleich zum Thema Nichtraucherschutz. Der jährliche Weltnichtrauchertag entfacht zudem immer wieder eine Diskussion zu dem Thema. 

Die Zigarettenpreise, die allgemeinen Rauchverbote, die Ausgaben für Informationskampagnen, die Größe der Warnungen auf den Zigarettenschachteln und die Angebote für Raucher zur Rauchentwöhnung werden als Kennzahl herangezogen. In all den Punkten schnitt Österreich am schlechtesten ab. Während andere Länder ihren Nichtraucherschutz stetig verbessern, werden in Österreich seit 2009 keinerlei neuen Maßnahmen durchgesetzt, weshalb diese Entwicklung weithin kritisch betrachtet wird.

Große Lobby der Gastronomen und Tabakindustrie behindern Nichtraucherschutz

Laut den Experten für Nichtraucherschutz liegt das an der großen Lobby der Gastronomen und der Tabakindustrie in Österreich. Einzelne Politiker sind der Auffassung, dass dringend ein neues Nichtraucherschutzgesetz auf den Weg gebracht werden müsste hinsichtlich der schlechten Entwicklung. Diese Auffassung ist jedoch die Mindermeinung auf Bundesebene. Die Mehrheit vertritt die Meinung, dass den Gastronomen die Rechtssicherheit genommen würde, wenn die in 2009 festgelegten Regelungen nun wieder gekippt werden.

Viele Gastronomen haben ihr Lokal kostenintensiv umbauen müssen und würden ohnehin schon um ihre Existenz bangen. Eine Notwendigkeit zur Ausweitung des Nichtraucherschutzes sieht die Mehrheit der österreichischen Regierung nicht, sodass sich hierfür derzeit keine Mehrheit findet. Bis zum Umdenken der Politiker wird Österreich ein Paradies für Raucher und der Aschenbecher Europas bleiben und auch weiterhin dazu führen, dass vergleichsweise weniger Menschen mit dem Rauchen aufhören.

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