Olympia 2020 bringt ein Rauchverbot in Restaurants mit sich

19.12.2014 02:12

Japan ist das einzige Industrieland, in dem der Staat an einem Hersteller von Tabak beteiligt ist. Auch deswegen wird Passivrauchen in Japan nicht als gesundheitsgefährdend angesehen. Die Öffentlichkeit hält sich weitestgehend aus der Thematik raus und akzeptiert die Vorgaben der Regierung. Die Olympischen Spiele 2020 zwingen den asiatischen Inselstaat nun aber zum Umdenken.

Neuer Gouverneur will das Rauchen einschränken

Der neue Gouverneur von Tokio will das Rauchen in Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 einschränken. Das verdeutlichte er auch in einem Fernsehinterview. Schon 1988 wurde Olympia in Japan zur rauchfreien Zone erklärt. Auch London setzte 2007 ein Verbot in Bars und Restaurants anlässlich der Olympischen Spiele durch. Zudem geht der neue Gouverneur davon aus, dass dadurch auch immer mehr Menschen mit dem Rauchen aufhören würden und viele Lokalitäten dauerhaft rauchfrei bleiben könnten.

Einige Vorschriften bestehen bereits

In Tokio existieren zwar schon einige Vorschriften, die das Rauchen an bestimmten Orten verbieten. Diese haben aber hauptsächlich den Zweck, Brände zu vermeiden und die Verschmutzung der Straßen zu verringern. Unternehmen dagegen sind fortschrittlicher. McDonald's hat 2014 allein im Monat September 3135 Filialen zur rauchfreien Zone erklärt.

Viele Bürokraten arbeiten für die Tabakindustrie

Das Problem in Japan besteht vor allem darin, dass ein möglicher Rauchstopp zu weitreichenden Konsequenzen führen kann. Immerhin wird das Rauchen in der Regel für kaum oder nur vernachlässigbar gefährlich befunden. Es gibt daher auch keine Warnhinweise auf den Packungen. Außerdem sind die Zigaretten vergleichsweise günstig. Passivrauchen wird ebenfalls nicht als Gesundheitsproblem betrachtet. Trotzdem wird die Zahl der Toten durch passives Rauchen in Japan auf 6.800 pro Jahr geschätzt. Als Grund für diese Ignoranz wird immer wieder die enge Beziehung zwischen der Regierung und der Japan Tobacco genannt. Schließlich gehört der drittgrößte Tabakkonzern zu einem Drittel dem Staat.

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