Rauchverhalten der Bevölkerung in Deutschland 2013

Erschienen am 5. November 2014
Ergebnisse der Mikrozensus-Befragung über die Rauchgewohnheiten der Bevölkerung

Einführung

Der Mikrozensus ist eine Umfrage, die repräsentativ und amtlich in Deutschland durchgeführt wird. Die Statistik trifft Aussagen über bestimmte Aspekte in der Bevölkerung und des Arbeitsmarkts und wird regelmäßig durchgeführt, um Veränderungen innerhalb der Bevölkerung zu ermitteln. Jährlich wird dafür 1 % der Bevölkerung über ihre soziale und wirtschaftliche Lage befragt.

Rauchverhalten in Deutschland nach Geschlecht

Bei der Studie wird nach den Rauchgewohnheiten der Bevölkerung erfragt. Hierbei wird nach dem Geschlecht, dem Alter und der Rauchgewohnheit gefragt. Daraus ist zum Beispiel abzulesen wie viele Männer in einem bestimmten Alter rauchen und wie regelmäßig sie rauchen. So lässt die aktuelle Erhebung erkennen, dass 35 % der Männer im Alter von 15-40 Jahren in Deutschland Raucher sind. Dieser Fakt verändert sich mit Anstieg des Alters kaum, da immer noch 33 % der 40-65 –jährigen Männer rauchen. Erst in der Altersgruppe ab 65 Jahren ist eine Veränderung zu sehen. In dieser Altersgruppe sind nur noch 12 % der Männer Raucher. Ähnlich sieht es bei den Frauen in Deutschland aus. Sowohl die 15-40 –jährigen, also auch die 40 – 65 –jährigen Frauen verzeichnen 26 % Raucherinnen in ihrer Altersgruppe. Hier sinkt der Anteil der Raucherinnen im Alter ebenfalls; nur noch 7 % der über 65 jährigen Frauen rauchen.

Im Geschlechtervergleich rauchen mit 29 % rund 9 % mehr Männer als Frauen, die insgesamt nur auf 20 % kommen. Insgesamt rauchen in Deutschland damit 24,5 % der befragten Menschen. Von diesen 24 % wiederum sind 15 % nur gelegentliche Raucher und 85 % regelmäßige Raucher. 11 % der regelmäßigen Raucher bezeichnen sich über dies als starke Raucher. Auf Seite der Nichtraucher lässt die aktuelle Befragung eine positive Entwicklung erkennen. Bei den Nichtrauchern sind 26 % ehemalige Raucher, die inzwischen mit dem Rauchen aufgehört haben. Das bedeutet also, dass rund ein Viertel aller Nichtraucher ehemalige Raucher sind, die den Abstand zur Zigarette geschafft haben und dadurch zu Nichtrauchern wurden.

Familienstand und Rauchverhalten

Interessant ist auch die Darstellung über den Zusammenhang zwischen Familienstand und dem Rauchverhalten. Ob Familienstand und Rauchverhalten sich gegenseitig beeinflussen ist nicht sinnvoll abzuleiten. Jedoch ist sehr wohl zu erkennen, dass sowohl bei Männern, als auch bei Frauen mehr Raucher unter den ledigen oder geschiedenen Personen zu finden sind, als bei verheirateten oder verwitweten Personen. Ob es für Raucher schwieriger ist einen Partner finden oder Rauch gar als schwierigere Partner zu bezeichnen sind, ist wie bereits erwähnt nicht aus der Befragung abzuleiten.

Rauchgewohnheiten innerhalb von Haushalten

Bei der Verbindung zwischen Rauchgewohnheiten und Haushalt, wird neben den Rauchgewohnheiten nach der Anzahl der mit im Haushalt lebenden Personen gefragt. Hier ist bei der Auswertung kaum ein Unterschied zwischen der unterschiedlichen in einem Haushalt lebenden Personenanzahl zu erkennen. So wirkt sich die Anzahl der Personen im Haushalt nicht ausschlaggebend auf das Rauchverhalten aus. Der Anteil der Raucher in einem Haushalt bleibt relativ konstant um 22 %, egal ob ein Person oder 6 Personen in einem Haushalt wohnen.

Rauchen im Erwerbsleben

Bei der Frage nach Rauchverhalten und Erwerbsleben sieht das schon etwas anders aus. 30 % aller Erwerbstätigen in Deutschland sind Raucher. Bei den Erwerbslosen rauchen fast 50 %. Somit raucht fast jeder Zweite, der nicht erwerbstätig ist. Während unter den Erwerbstätigen nur ca. jeder Dritte als Raucher zu bezeichnen ist.

Unterscheidung nach Beruf

Bei der Unterteilung nach den Berufsgruppen ist zu erkennen, dass gerade bei Berufen, die der Bau-, Architektur- und Vermessungsgruppe zugehören, viele Raucher zu finden sind. Die Erhebung zeigt, dass 41 % in diesen Berufsgruppen rauchen. Damit führen sie die Riege der Berufe an, dicht gefolgt von der Gruppe der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung mit 34 %. Den dritten und letzten Platz teilen sich mit jeweils 28 % die Gruppen aus Land-, Forst- und Tierwirtschaft und Gartenbau und die Dienstleistungsberufe. In der Befragung werden alle Berufe in diese sehr groben Berufsgruppen zusammengefasst, was eine detailliertere Betrachtung nicht ermöglicht.

Rauchkonsum nach Tabakprodukt

Ein weiterer informativer Aspekt im Bezug zu den Rauchgewohnheiten ist zu erfahren, was geraucht wird und wie viel. Nicht überraschend ist, dass 96,7 % aller Raucher hauptsächlich Zigaretten rauchen. Etwas abgeschlagen mit 2,3 % folgen Zigarren und Zigarillos, Pfeifentabak erreicht gerade einmal 0,8 % und Wasserpfeifen 0,2 %. Von allen Zigaretten-Rauchern rauchen 7 % unter 5 Zigaretten am Tag, 81 % 5 – 20 Zigaretten, 11 % 21 – 40 Zigaretten und 1 % mehr als 40 Zigaretten am Tag. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die meisten Raucher mindestens 1 Schachtel am Tag rauchen.

Bundesländer mit den meisten Rauchern

Die meisten Raucher sind nach den Angaben der Befragten in Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zu finden. In den vier Bundesländern sind ca. 30 % der Bevölkerung Raucher. Ganz Deutschland verzeichnet 24 % Raucher in der Bevölkerung. Somit raucht also fast jeder vierte in Deutschland.

Krankheiten im Bezug zu Rauchen

Auch die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens stellt die Statistik heraus. In der Umfrage wird unter anderem auch nach dem Gesundheitszustand des Befragten gefragt. Hierbei gibt es allerdings nur die Antwortmöglichkeiten krank oder gesund. Werden diese Angaben wieder mit den Angaben über die Rauchgewohnheiten verbunden, stellt sich heraus, dass unter den Rauchern 17 % der befragten Person krank ist, während bei den Nichtrauchern nur 15,7 % kranke zu finden sind. Die Statistik verdeutlich, dass Raucher ein höheres Risiko tragen zu erkranken, als das Nichtraucher tun. Die Wahrscheinlichkeit als Raucher zu erkranken ist dabei ebenfalls als höher, als für Nichtraucher, die ehemalige Raucher sind.

Einstiegsalter der Raucher sinkt weiter

Negativ zu betrachten ist, dass das Einstiegsalter, also das Alter in dem man mit dem Rauchen angefangen hat, immer niedriger geworden ist. So lag das Alter bei Rauchbeginn der heute über 65- jährigen noch bei 19,7 Jahren, ist bei den aktuell 40 – 65 – jährigen bereits auf 17,7 Jahre herabgesunken und ist inzwischen bei den 15 – 40 –jährigen bei 16,6 Jahren angelangt. Diese Zahlen zeigen, dass die Tabakindustrie eine immer jüngere Zielgruppe erreicht und diese zu ihrer Kundschaft macht.

Wenn Du noch mehr Details der Befragung erfahren möchtest oder die gesamte Statistik sehen möchtest, kannst Du ein Pdf-Dokument herunterladen. Um den Mikrozensus 2013 herunterzuladen, klicke hier.

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